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Fragen & Antworten 1

Frage 1: “Wie kann man den christlichen Glauben an die Dreieinigkeit Gottes und den Glauben an die Einheit Gottes, der ja in den Schriften des Alten Testaments so klar bezeugt ist, verbinden, ohne sich in Widersprüche zu verwickeln?” (TR)

Antwort:
Der Fragende lese noch einmal sorgfältig im Buch Kap. 5, III, 1. Jesus selbst wuchs im Gottesglauben seines Volkes auf. Dieser Glaube war geprägt vom Monotheismus, dem Glauben an den Einen Gott, wie er das gesamte Alte Testament prägt. Auch Jesu Jünger, von denen er 12 zu seinen Aposteln machte, waren natürlich Monotheisten. Christen wissen von den Schriften des neuen Testaments her, dass Jesus sich selbst nicht nur als Propheten verkündete. Er beanspruchte im Namen Gottes zu handeln und in seinem Handeln (z.B. Heilungen, Erweckungen von Toten, Vergebung von Sünden) Gott gegenwärtig zu machen. Mehr: er sagte, in ihm sei Gott und Sein Reich angekommen. Die Jünger, d.h. die ersten Christen erkannten in der Kraft des Heiligen Geistes Gottes, dass Jesu Anspruch keine Blasphemie war, nicht Lästerung des Einen Gottes und Angriff auf die wahre Lehre von Gott, sondern im Gegenteil: dass in Jesus von Nazareth Gott selbst sprach, Gott selbst gegenwärtig war, dass Jesus, mit anderen Worten, der Sohn Gottes sei. (Lies: Mt  16:13-20)
Schrittweise wurde so den Jüngern, d.h. den frühesten Christen klar, dass die Einheit Gottes neu und tiefer zu verstehen sei. Dies haben wir in Kap. 5 des Buches darzustellen versucht.

Kurz auf die Frage geantwortet: Ja. Der Glaube an den drei-einen Gott hebt den Glauben an die Einheit Gottes nicht auf, sondern vertieft und differenziert ihn.  Die Lehre der christlichen Kirche stellt eine Interpretation und Weiterentwicklung der Lehren des Alten Testamentes dar, im Lichte des Ereignisses des Lebens Jesu (seiner Taten und Worte, seines Leidens, Todes und seiner Auferstehung) sowie im Lichte der Lehre Jesu, so wie sie die Apostel und die frühe christliche Gemeinde diese in der Kraft des Heiligen Geistes verstanden haben.

Frage 2: “Der Sohn wurde nicht geschaffen, aber geboren und trotzdem ist der Sohn nicht nach dem Vater? Gibt es eine Bedeutung und Erklärung für diesen Glauben?” (TR)

Antwort: Der Fragende lese sorgfältig Kap. 5, III, 2.Vater-Sohn. Ferner: Er lese das Bekenntnis des Apostels Thomas: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20:28)

Das Ärgernis des Kreuzestodes war nicht leicht zu verkraften. Das Johannesevangelium erzählt vom Apostel Thomas wie er – von Zweifeln über die Botschaft von der Auferweckung Jesu hin- und hergerissen - mit sich selbst gerungen hat: „Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel, bzw. Zeichen der Verwundung durch die Nägel, sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege und meine Hand in seine Seite lege, so glaube ich nicht.“ (Joh 20:25).Der Schock des Karfreitags saß einfach zu tief, als dass er fraglos zum Glauben an die Auferstehung Jesu finden konnte. Wir haben den Herrn gesehen, das hatten ihm schon vor Tagen seine Mitjünger erzählt. Kühl und reserviert war er geblieben. Wir sind dem Herrn begegnet, er lebt, so hatten sie gesagt. Er aber traute ihnen nicht. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen selbst öffnete dem Skeptiker den Weg zum Glauben: „Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum zusammen und Thomas unter ihnen. Da kommt Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: ‚Friede sei mit euch.’ Dann sagte er zu Thomas: ‚Tu deinen Finger hierher und sieh meine Hände an, und tue deine Hand her und lege sie in meine Seite, uns ei nicht ungläubig, sondern gläubig’“ (Joh 20:26-27).  Von dieser Begegnung überwältigt, überwältigt von Jesus Christus, der lebt, kommt es dem Thomas über die Lippen: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20:28). Das ist ein Bekenntnis! Und dieses Bekenntnis zu Jesus als Herrn und Gott steht am Ende eines langen mit Ungewissheit und Zweifeln, mit Missverständnissen und Skepsis gepflasterten Weges, den Thomas gehen musste, und nicht nur er, sondern alle, die in der nachfolge Jesu stehen, bis sie zum Vollen Verständnis des Herrn gelangen. Nach Ostern, d.h. nach Jesu Auferweckung, erkannten sie ihn in der Begegnung wieder, erst da gingen ihnen die Augen auf (vgl. Lk 24:31), erst jetzt hatten sie jenes „Wissen“ über Jesus, das sich dann im Bekenntnis zu ihm niedergeschlagen hat.

In seinem Brief an die Philipper zitiert Paulus einen Hymnus, der schon bald nach Jesu Tod und Auferweckung entstanden war und den Glauben an Jesus Christus so zusammenfasst: „Er war….(Phil 2:6-11) Dies ist das für das Christentum grundlegende Glaubensbekenntnis.

Frage 3: “Wie kann die Formulierung der christlichen Lehre: ‘Eine Natur in drei Personen und drei Personen in einer Natur’ vernünftig sein?” (TR)

Frage 4: “Was sind nach dem christlichen Glauben die spezifischen Aufgaben der jeweiligen Elemente (d.h. jeder einzelnen der drei ‘Personen’) in der Heiligen Dreifaltigkeit?” (TR)

Antwort: Der Fragende lese noch einmal sorgfältig Kap. 5, besonders 5, IV.

Wenn der eine Gott die Liebe ist (gegenseitiges „Sich-Geben“, lies 1 Joh 4:7-21) dann sind die drei „Personen“ gleichsam die „Knotenpunkte“, zwischen denen sich der Rhythmus der Liebe vollzieht: Geben – Empfangen – Zurückgeben. (Beachten Sie, dass „Person“ in diesem Zusammenhang eine andere Bedeutung hat als Person im Sinne einer menschlichen Persönlichkeit als „unabhängiges, in sich zentrierte Realitiät“). Alle drei „Personen“ sind damit die eine und selbe Liebe in drei Seinsweisen, die unentbehrlich sind, damit in Gott überhaupt Liebe, und zwar …höchste selbstloseste Liebe sein kann. Der ein Gott ist Gemeinschaft, das heißt, er ist das eine Liebesspiel, das sich zwischen den drei „Personen“ ereignet: Liebe, Geliebtwerden, Mitlieben.
In 1 Joh 1:3 heißt es: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus.“

Alles zielt ab auf Einheit. Und auch hier geht es nicht um eine „Allerweltseinheit“, sondern um jene Einheit, die ihr Leitbild von dem drei-einen Gott her empfängt. Es ist eine Einheit, die sich in ihrer Vielheit realisiert und eine Vielheit, die auf Einheit hin ist. Er ist Communio (Gemeinschaft).
Die Einheit, nach der die ganz Welt strebt, das Verlangen nach Einmütigkeit, Harmonie und Frieden, das in jedem Menschen steckt, ja die „Globalisierung“, Vernetzung und universale Kommunikation, auf die hin alle Tendenzen der Technik, der Medien und der Kultur abzielen, haben etwas mit der göttlichen Trinität, mit dem christlichen Glauben an den einen Gott in drei „Personen“ zu tun. Genauer noch: Zwischen beidem soll es eine Entsprechung, eine Ähnlichkeit geben. Und damit bestätigt sich noch einmal die These: Was Gott ist, Communio, das dürfen und sollen wir werden. Er ist der Uranfang und das Ziel aller Wirklichkeit. In ihm sind wir, leben wir und bewegen wir uns.
Wenn Gott an uns handelt, handelt er immer als der eine, drei-eine Gott.

Frage 5: “Nach Ihrem Glauben hat Satan den Plan Gottes für die Menschheit durcheinander gebracht. Gott bewahre! Heißt das, dass der Wille Satans den Willen Gottes überwunden hat? Würde eine solche Auffassung nicht der Würde und Größe Gottes widersprechen?” (TR)

Frage 6: “Auch wenn Gott Satan geschaffen hat und ihn dem Menschen überlegen gemacht hat [und es ihm erlaubt hat, den Menschen in Versuchung zu führen], hat Gott den Menschen doch mit einigen Kräften in Abwehr [Satans] ausgestattet. Hat Gott, um den Menschen zu retten, wirklich keine andere Lösung gefunden als selbst die menschliche Gestalt anzunehmen?” (TR)

Antwort: Macht und Ohnmacht der bösen Geister werden in der Bibel vor allem im Zusammenhang des Auftretens Jesu deutlich. Besonders das Markusevangelium beschreibt das ganz Wirken Jesu als Kampf mit dem Satan (Mk 1.23-28.32-34.39; 3:22-30) Mit Jesus aber kommt der Stärkere, der den Starken besiegt. In ihm bricht die Herrschaft Gottes an, weil er in der Macht Gottes die Dämonen austreibt (vgl. Mt 12:28; Lk 11:18; 10:189). Weil Jesus Christus die bösen Mächte und Gewalten endgültig besiegt, ist Dämonenangst unchristlich. Vielmehr gilt: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!“ (1Petr 5,8-9).

Die kirchliche Lehre liegt ganz auf der Linie dieses Zeugnisses der Schriften des Neuen Testaments. Denn soll das den Menschen unfrei machende Böse nicht von einem bösen, von Gott unanhängigen Prinzip stammen (wie es der Dualismus lehrt), dann kann es nur auf Geschöpfe zurückgehen, die von Gott gut geschaffen aber durch eigene Entscheidung böse geworden sind.  Nach kirchlicher Lehre gibt es also nicht nur das Böse sondern auch den Bösen bzw. das Böse. Damit wird die katholische Lehre einerseits der menschlichen Erfahrung von der Abgründigkeit der Welt wie dem biblischen Zeugnis gerecht, andererseits kann sie damit die Bedeutung und den Einfluss der bösen Geister begrenzen: Sie sind trotz allem nur endliche, von Gott geschaffene und insofern bleibend von ihm abhängige Größen. Ihre unselige Herrschaft ist durch Jesus Christus gebrochen und wird durch das Wirken des Heiligen Geistes immer mehr überwunden. Die Hoffnung behält das letzte Wort.

Wer wollte Gott vorschreiben, auf welche Weise er die sündige Menschheit von der Sünde befreit, errettet. Der göttlichen Liebe sind keine Grenzen gesetzt und keine Vorschriften zu machen. Wir können nur die Tatsache im Glauben dankend bewundern, dass Gott den Weg gewählt hat, den er uns selbst in dem Wort der Bibel kundtut. Lies nochmals 1 Joh 4:7 ff. und Joh 3:16-21.
Freilich erkennen wir im Nachhinein, dass Gott auf göttliche Art so liebt wie wir, die wir nach dem Bild Gottes geschaffen sind: wer wirklich liebt, möchte mit dem Geliebten solidarisch werden. Gott wollte aus Liebe mit dem von ihm selbst geschaffenen Menschen ganz solidarisch sein, in allem außer der Sünde.

Frage 7: “Wie soll ein vernünftiger Mensch verstehen, dass Gott, um die Sünde zu vergeben, die Menschen noch tiefer in die Sünde führt und schließlich gar dazu, Gottestöter zu werden? Erlangen die Kinder Adams Vergebung dadurch, dass sie ihren Gott umbringen? Warum verlangt Gott dann Gebet und Gehorsam? Warum stellt er dann für die Menschen Gebote und Verbote auf?” (TR)

Antwort: Gott hat dem Menschen Gebote und Verbote gesetzt. Als der Mensch in seiner Freiheit sich über diese immer wieder hinwegsetzte, beschloss Gott, seine Barmherzigkeit nicht nur durch Rechtleitung zu erweisen, sondern durch die Hingabe seines Sohnes, (lies: Joh 3,16ff).

Frage 8: “Wäre es nicht angemessener, wenn nicht Gott selbst [in der Gestalt Jesu Christi] gegen Satan kämpfen würde, sondern dies dem Menschen überlassen bliebe?” (TR)

Antwort:
Der Christ ist aufgerufen, gegen die Macht Satans anzukämpfen. Allerdings weiß er, dass er diesen Kampf  letztlich nur mit Gottes Kraft selbst gewinnen kann. Diese Kraft Gottes ist dem Christen in Jesus Christus geschenkt, den der Glaube der Christen als „Wahrer Gott vom wahren Gott“ bekennt und von dem derselbe Glaube ebenfalls sagt: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden(Das Große Glaubensbekenntnis). Die Kraft zum Kampf gegen die Macht Satans kommt dem Christen durch das gläubige Hören des Wortes Gottes und den Empfang der Sakramente zu. Auf diese Weise ist der auferstandene Herr, in der Macht des Heiligen Geistes, in den Gläubigen wirksam und mächtig.

Frage 9: “Die Ordnung des Lebens in dieser Welt basiert auf der Verantwortung des Menschen für seine Taten. Ist es nicht sonderbar, dass die Erlösung aller Menschen dadurch sichergestellt sein soll, dass ein Mensch die Schmerzen aller Menschen erleidet?” (TR)

Antwort:
Gott bietet allen Menschen in und durch Jesus Christus Erlösung an. Ich schreibe bewusst: bietet an. Der Mensch bleibt frei, das Angebot auszuschlagen. Nimmt er es an, so wird er alle Kräfte aufbieten müssen, damit das Geschenk der Erlösung an ihm Wirklichkeit werde. Er wird Jesus Christus bitten, seine ganze Person in Beschlag zu nehmen, seine Widerspenstigkeit in Gehorsam zu verwandeln, damit er so nach und nach Christus in der Kraft des Heiligen Geistes Christus konform werde und Gott dem Vater wohlgefällig, mit anderen Worten: ganz und gar „erlöst“ werde.

Frage 10: “Nehmen wir an, jeder Mensch trägt von Geburt an eine Sünde in sich, wird Gott, der barmherzige Herr, ihm diese Sünde nicht einfach vergeben?” (TR)

Antwort:
Siehe die zweite Hälfte der Antwort auf Fragen 5 und 6. Noch einmal: Es ist Gottes Entschluss gewesen, die Menschheit nicht einfach durch ein Machtwort frei zu sprechen. Vielmehr wollte er die Menschheit erlösen, indem er selbst Mensch wurde, in allem uns gleich außer der Sünde. Zugleich wollte er uns befähigen, in der Kraft des Heiligen Geistes auf ewig seine Töchter und Söhne zu werden, als Schwersten und Brüder seines eingeborenen Sohnes, Jesus Christus.

Frage 11: “Was ist zum Glauben der ersten Christen zu sagen, denen die Formulierung des Dogmas von der Dreieinigkeit Gottes nicht vertraut war. Wird ihr Glaube als gültig anerkannt?” (TR)

Antwort:
Man muss unterscheiden zwischen den theologischen Formulierungen, in denen der christliche Gottesglaube  im Laufe der Geschichte Ausdruck erfahren hat und dem Inhalt des christlichen Gottesglaubens.

Am Ursprung des christlichen Glaubens steht das Faktum, dass Menschen auf eine für sie ganz „umwerfende“ Weise erfahren haben, dass in Jesus von Nazareth und in der Kraft seines Geistes Gott selbst auf die Menschheit zugekommen ist. Durch sie teilt Gott den Menschen nicht etwas von sich mit sondern buchstäblich sich selbst: in Jesus Christus geht Gott  persönlich in die Welt ein; unsere Welt ist nun auch seine Welt; er übernimmt unser Lebensgeschick und stiftet so für immer intimste Lebensgemeinschaft zwischen sich und der Menschheit. Das heißt aber: In Jesus Christus und – auf andere Weise  – in dem von ihm gesandten Heiligen Geist begegnen nicht Mittlergestalten, die nur auf Gott hinweisen (so wie auch Propheten oder Heilige auf Gott verweisen), hinter denen aber das Göttliche in verborgener, unendlich erhabener Transzendenz für immer dem Menschen entzogen bleibt, nein, im Christusgeschehen bringt Gott sich selbst ins Spiel. Wer es mit Jesus, seinem Wort, Verhalten, Erleiden zu tun hat, wer den Geist in sich und um sich am Werk erfährt, hat es mit Gott persönlich zu tun. Wäre es anders, würde Jesus, der als letztgültiges Wort Gottes auftritt and als unüberbietbare Darstellung der göttlichen Liebe, im Widerspruch zu sich selbst stehen; er wäre dann nicht die endgültige Vermittlung zwischen Gott und Mensch, die zu sein er doch beansprucht: „Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Joh 14:9). Und auch der Heilige Geist, der Jesus erfüllt, hat uns nach dessen Heimgang in zum Vater in die Wirklichkeit Christ hinein genommen und den unmittelbaren Zugang zum Vater erschlossen. Er  würde uns im Bereich des rein Kreatürlichen belassen, wäre er nicht selbst Gott. Siehe auch Buch  5, III, 7

Frage 12: “Nehmen wir an, Christen glauben nicht an drei Götter? Aber woher kommt die Gottheit des Messias? Kann ein Mensch entwickelt im Schoß einer Frau, gestillt wie jedes Kind, erzogen wie jedes Kind… Gott werden oder sein? Lässt sich dies mit der Größe und Transzendenz Gottes vereinbaren?” (TR)

Antwort:
Können wir Menschen Gott vorschreiben, was in Seinem Handeln zu seiner Größe und Transzendenz passt? Wenn wir sagen: Allāhu Akbar, dann heißt das doch, dass Gott größer ist als alle unsere Vorstellungen. Wenn Gott in Seiner unendlichen Barmherzigkeit sich entschlossen hat, Mensch zu werden damit wir Menschen an seinem göttlichen Leben der Liebe teilnehmen können, dürfen wir ihm dies dann verbieten? Lesen Sie bitte im Buch Kap. 2, IV.

Frage 13: “Hz. Isa (Jesus) gab es vor zweitausend Jahren nicht. Kann man Gott später etwas hinzufügen? Ist Gott außerdem so schwach und hilflos, dass er von Menschen gekreuzigt werden kann? Außerdem gibt’s im Evangelium Verse, die zeigen, dass Jesus nicht gewillt war, gekreuzigt zu werden. (s. Mt 27,46)” (TR)

Frage 14: “Der Begriff ‘Dreifaltiger Gott’ verursacht unter anderem auch folgendes Problem: Wie sollte es möglich gewesen sein, dass eine der drei göttlichen Personen herausgetreten wäre [aus der göttlichen Dreifaltigkeit], in den Schoß Marias eingegangen wäre, sich mit dieser sterblichen Welt vermischt hätte und die Form eines Menschen angenommen hätte? Denn, wenn Gott dreifaltig wäre, dann wäre es nicht  möglich gewesen, dass nur eine der drei göttlichen Personen getrennt auf die Welt hinunter gekommen wäre.” (TR)

Antwort:
Kapitel 2 (Inkarnation) und Kap. 5 (Gott, der Drei-eine) haben gezeigt, dass in Jesus, dem Messias, der ungeschaffene Sohn Gottes von Ewigkeit Mensch geworden ist. Lies: Hebr. 1; Eph 1; Kol 1:12-20; Phil 2:5-11.
Lesen Sie ferner Kap. 3, III, 2 und 2.1

Frage 15: “Wenn die Kreuzigung eigener Wille ihres Gottes war, sollte er sich bei den Juden und Pontius Pilatus nicht bedanken? Was zeigen die Begriffe wie ‘peuple déicide’ (Volk, das Gott Jesus getötet hat), ‘peuple maudit’ (verfluchtes Volk), ‘peuple reprouvé’ (ausgeworfen von der Gnade), die die ganze christliche Geschichte füllen? Was ist der Hauptgrund dafür, dass der Begriff ‘déicide’ in westlichen Sprachen Eingang gefunden hat?” (TR)

Antwort: Zunächst möge der Fragende noch einmal sorgfältig folgende Passagen des Kapitels 3 des Buches lesen: Kreuz, Sünde, Erlösung. III, 2.1; 2.2; 2.3 und der Abschnitt in IV, der mit Der Kreuzestod Jesu beginnt.

Dort sagen wir ja unter anderem: Jesus wurde von Menschen zum Tode verurteilt -- und die Kreuzigung war eben die Strafe, die im römischen Recht zur Bestrafung des Vergehens vorgesehen war, dessen er beschuldigt wurde. Letztlich wurde der dem Tode am Kreuz überantwortet wegen der Haltung,die er in seinem Leben Gott und dem jüdischen Gesetz, der Tora, gegenüber einnahm. Die Welt, so wie sie ist, konnte Jesu fundamentale Kritik an ihren sündigen Strukturen nicht dulden. Jesus war das Opfer der Mächte des Bösen: Hass, Ungerechtigkeit, Neid, Eigennutz, Abschottung gegen Gottes wahren Anspruch an uns - alles dies Kräft, die auch heute noch die Welt prägen.

Deshalb ist es auch ein böses Missverständnis, dem jüdischen Volk als solchem und allein die Schuld an Jesu Tod zuzuschreiben. Letztlich ist die Sünde alles und jedes Menschen verantwortlich für die Abelehnung Jesu und für seine Verurteilung und Hinrichtung. Das 2. Vatikanische Konzil sagt dazu in der "Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen" (Nostra Aetate), Nr. 4:

    "Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christ gedrungen haben, kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den hetugien Juden zur Last legen. Gewiss ist die Kirche das neue Volk Gottes, trotzdem darf man die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht darstellen, als wäre dies aus der Heiligen Schrift zu folgern. Darum sollen all Sorge dafür tragen, dass niemand in der Katechese oder bei der Predigt des Gotteswortes etwas lehre, das mit der evangelischen Wahrheit und mit dem Geiste Christ nicht in Einklang steht.
    Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern aus Antrieb der religiösen Liebe desd Evageliums alle Hassausbrüch, Verfolgungen und Manifestationen des Anitsemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und vo irgendjemandem gegen die Juden gerichtet haben. [also auch alle Akte des Antisemitismus, die Christen verübt haben]
    Auch hat ja Christus, wie die Kirche immer gelehrt hat und lehrt, infeiheit, um der Sünden aller Menschen willlen, sein Leiden und seinen Tod aus unendlichen Liebe auf sich genommen, damit alle das Heil erlangen. So ist es die Aufgabe der Predigt der Kirche, das Kreuz Christi als Zeichen der universalen Liebe Gottes und als Quelle aller Gnaden zu verkünden. "

Somit ist klar, das die in der Frage genannten Parolen und Ausdrücke nicht der christlichen katholischen Lehre entsprechen. Im Gegenteil. Sie sind aufs Schärfste zu verurteilen.

Frage 16: “Im Buch steht: ‘In dieser Weise sollten die Gläubigen verschiedener Religionen, wo immer möglich, versuchen, gemeinsam ein Zeugnis des Glaubens zu geben, einschließlich eines wirklichen Suchens nach Einheit, in demütiger Unterwerfung unter Gottes Willen.’ (Kapitel: Die Vielfalt der Religionen, Christen antworten, Ende des ersten Absatzes)
Ich würde den Autor gerne fragen: Wie können Menschen, die ganz Verschiedenes oder gar GEGENTEILIGES in Bezug auf Gott, bzw. Götter, lehren, eine EINHEIT bilden? Und davon einmal abgesehen: Wie können sie einer Lehre gehorchen, die der EINHEIT ermangelt, d.h. die in sich widersprüchlich ist? Worin besteht die wahre EINHEIT?” (TR)

Frage 17: “Im Buch steht: ‘Für den Gläubigen, sei er Christ oder Muslim, ist der Mensch “durch die Hände Gottes” geschaffen und nach seiner Ähnlichkeit geformt, zu ihm kehrt er zurück.’ (Kapitel: Die Mitte des Christentums, Christliche Sicht 2. Christentum als der Weg zur Erfüllung des Menschen und der Menschheit, erster Satz).
Nach diesem Satz werden alle Menschen zu Gott zurückkehren. Das ermangelt der Deutlichkeit, denn wohin führt diese Rückkehr: zum Himmel oder zur Hölle? Der nächste Satz sagt dann: : ‘Dies ist die grundlegende Berufung des Einzelnen, der Menschheit, ja, der gesamten Schöpfung, die sich nach der Befreiung von allen Formen der Unterdrückung sehnt, um schließlich in Gottes Herrlichkeit einzugehen (Röm 8,19–25; Sure 81; 82; 99; 101). Diese gemeinsame Berufung begründet auch die grundsätzliche Gleichheit aller Menschen über die Differenzen von Rasse, sozialer Stellung und Religion hinaus.’
Dann würde ich den Autor fragen, warum Jesus sich in den darauf folgenden Versen als ‚DER EINZIGE WEG’ bezeichnet hat. Will Jesus in Joh 14,6 sagen: Alle Wege führen zu Gott?”
(TR)

Antwort:
Nach katholischer Lehre gilt: "Alle Völker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ; auch haben  sie Gott als ein und dasselbe Ziel. Seine Vorsehung, die Bezeugung seiner Güte und seine Heilsratschlüsse erstrecken sich auf alle Menschen (lies: Weish 8:1; Apg 14:7; Röm 2,6-7; 1 Tim 2:4), bis die Erwählten vereint sein werden in in der Heiligen Stadt, deren Licht die Herrlichkeit Gottes sein wird; werden doch alle Völker in seinem Lichte wandeln." (lies: Apg 21:23f.)" (Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen: Nostra Aetate des 2. Vatikanischen Konzils, nr. 1)

Über den Gottesglauben sagt dasselbe Konzil in derselben Erklärung, Nr. 3: "Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat."
Dies bedeutet aber ganz und gar nicht, dass es nicht wesentliche Unterschiede zwischen Islam und Christentum in der Gotteslehre gibt. Der Gott des christlichen Glaubens ist der Gott der Bibel und der Gott, den Jesus geoffenbart hat. Es ist der dreieine Gott der kichlichen Lehre.
Dennoch eint Christen und Muslime der Bezug auf den einen Gott und der Wille, Gottes Willen zu erfüllen.Es ist uns Christen nicht die Kompetenz noch die Aufgabe gegeben, mit Sicherheit zu sagen, ob und wann ein Mensch bewußt wirklich den Gott des chirstlichen Offenbarung kennen gelernt hat und ihn dennoch frei und somit schuldhaft abgelehnt hat. Gott allein kennt das Herz des Menschen.

Die Lehre der Katholischen Kirche geht davon aus, dass Gott das Heil eines jeden Menschen will und das der Mensch dieses Heilsangebotes nur dann verlustig geht, wenn er frei und bewußt das Angebot der Liebe Gottes in Christus ablehnt.
Jesus Christus ist in der Tat der einzige Weg zum Heil. Aber dieses Heil realisiert sich auch außerhalb der Institution der Kirche und der Taufe. Gerechten, Gott ehrlich suchenden Menschen wird , auch wenn sie es selbst nicht wissen, durch die Erlösungstat Christi das ewige Heil zuteil. (Meditiere Mt 25:31 ff.: Das Jüngste Gericht. Die Gerechten sind in den Armen, Gefangene, etc. Christus begegnet ohne ihn zu erkennen. Siehe auch den Text des Konzilskonstitution über die Kirche (Lumen Gentium) nr. 16.
"Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluss der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen."
 Lesen Sie nochmals im Buch, Kapitel 11, III, 4-6.

Frage 18: “Ist bei euch Christen die Scheidung verboten? Wenn es mit der Liebe zwischen zwei Personen schon vorbei ist, wäre es nicht eine Qual, diese Personen noch immer zusammenleben zu lassen? Wenn íhre Religion die Scheidung verbietet, warum sind dann die Scheidungsraten in Amerika und Europa so hoch? In den Zeitungen liest man, daß dort jede zweite Ehe in Brüche gehe.” (TR)

Antwort: Die eheliche Liebe vollendet sich nach christlichem Verständnis in der lebenslangen Treue. In ihr geschieht eine unbedingte Zuwendung des einen Partners zum anderen und ein Engagement füreinander, das sich nicht von wechselnden Umständen abhängig macht. Einer hält am anderen fest, komme was da wolle. Eine solche Haltung bedeutet eine hohe Form des Einstehens von Menschen füreinander und ein großes Zeichen der Solidarität, zu welcher der Mensch für den Menschen fähig ist, wenn und sofern er sich dabei wirklich von Gott helfen, tragen lässt. Gerade im Leben aus dieser Treue wird die Ehe durchsichtig auf die Liebe Gottes, der sich in Jesus Christus den Menschen und der Welt in einem unbedingten Ja zugesagt hat.

Nach katholischem Glauben ist die sakramentale Ehe ein Bund, in dem die Liebe Jesu Christi zu seiner Kirche in einer eigenen Weise dargestellt wird (lies Eph 5:21-33). In Menschwerdung, Tod und Auferstehung hat Christus sich seiner Kirche geschenkt und sich für sie hingegeben. Nur in diesem Geheimnis kann die Ehe als Sakrament verstanden und gelebt werden. Sie ist ein Weise der Christusnachfolge.
Christliche Eheleute wissen sich in ihrem Bund der Liebe und Treue Christi zu seiner Kirche eingebunden und empfangen in der sakramentalen Ehe die Kraft zum Durchhalten ihres Treuebundes. Dieser Bund ist ein Bund gegenseitigen Vertrauens, ein Prozess, in den es auch Versagen, Schuld un Erkalten der Liebe geben kann; doch ist das für Christen kein Grund zur Aufkündigung der Treue. Auch wenn ein Partner die eheliche Gemeinscahft verlassen hat, bleibt der andere in Treue an seinen Gatten gebunden. Er kann sein Alleinsein bewusst und gläubig in der Nachfolge Christi als Anteil an seinem Kreuz tragen.

Über die christliche gelebte Ehe und Familie sagt die Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland:

    "In der Bindung bis in den Tod bringt der Ehegatte die Liebe Christi, von der nichts scheiden kann (Röm 8:35), in die alltägliche Nähe des Ehepartners. In solcher eine ganzes Leben umspannender Treue zeigt sich die Fülle christlicher Existenz: der Glaube an den Auferstandenen, welcher den Glauben an die Auferweckung des Ehepartners einschließt; die Hoffnung, welche für den anderen hofft, indem sie auf Christus setzt; die Liebe, die am anderen festhält, weil sie ihn in Christi Liebe zu bejahen vermag. ". 

In Krisen und in Scheitern bedarf es der brüderlichen Hilfe des Seesorgers.

Frage 19: “Sie erklären auch, Gott sei für die Menschen unerreichbar bzw. transzendent. Wenn Jesus Gott wäre, wie würde dann Gott dem Menschen unerreichbar, transzendent bleiben? Wie aber können Ihrer Meinung nach sowohl Jesus wie der Heilige Geist Gott sein, da Sie doch von Einem Gott und nicht von drei Göttern sprechen? Hat Gott sich selbst geklont?” (TR)

Antwort:
Die Transzendenz Gottes, seine alles überragende und übersteigende Größe schließt nach christlichem Verständnis nicht aus, dass Gott selbst frei und souverän beschließt, nicht nur als Schöpfer und Erhalter der Welt sowie als Rechtleitung gebender, Propheten und Heilige Schriften sendender Gott tätig zu sein, sondern darüber hinaus zu gehen und sich in Freiheit und Liebe in Jesus Christus unter uns Menschen gegenwäritg zu machen, in Jesus Christus unser aller Bruder zu werden und uns in Seinem Heiligen Geist zu befähigen, als Seine innig geliebten Kinder zu leben. Wir Christen haben durch die Botschaft Jesu, wie sie in den Schriften des Neuen Testaments bewahrt ist, erkannt, dass Gott in seiner unermesslichen Güte so gehandelt hat. Wir nehmen das Handeln des souveränen Gottes dankbar wahr und antworten darauf im Glauben und und einem Leben nach dem Glauben. 

Lesen Sie dazu die Antworten auf die Fragen 1, 2 und 3+4 und im Buch  Kap 2, III; Kap. 5, III, 7 und IV.     

In unserer Antwort auf Frage 1 haben wir gezeigt, wie der christlichen Glaube die Einheit Gottes versteht. Die Einheit des drei-einen Gottes ist die Einheit des Gottes, der sich uns als die Liebe offenbart hat. Anders ausgedrückt: er hat uns, vor allem in Jesus Christus, offenbart, was Liebe zutiefst bedeutet. Liebe aber heißt gerade auch Beziehung und Gemeinschaft. Lesen Sie bitte noch einmal unsere Antwort auf Frage 1.

Frage 20: “Wie kann die Eucharistie Gott sein? Jesus sagt im Evangelium, daß alles was durch den Mund (in den Menschen) hineinkommt, in den Magen gelangt und dann wieder ausgeschieden wird. Wie können Sie etwas, was gegessen und getrunken wird, Gott nennen? Und bleibt nachher nur 2 Götter von 3, wenn ihr die Eucharistie gegessen habt?” (TR)

Antwort:
Die katholische Lehre sagt nicht dass „die Eucharistie Gott sei“. Der Fragende lese noch einmal offen und kritisch die Abschnitte III und IV im Buch.

Die Eucharistie ist eines der sieben Sakramente des katholischen Glaubens.

    
1.Was sind die Sakramente und was bedeutet ihr Empfang?

Sakramente sind Zeichen, in denen wir Christen Gottes Zuwendung zu uns durch Jesus Christus in besonderer Weise erfahren. In ihnen kommt symbolisch  zum Ausdruck, was uns wirklich geschenkt wird: Begegnung mit Christus. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe. Sie begleiten den Menschen durch das ganze Leben, von der Geburt bis zum Tod: In der Taufe wird uns durch Christus neues Leben geschenkt; sie gliedert uns ein in die Gemeinschaft der Kirche. In der Firmung stärkt uns Christus mit dem Heiligen Geist, damit wir, den Kinderschuhen entwachsen, als Christen verantwortlich in der Welt leben und unseren Glauben bezeugen können. In  der Eucharistie werden wir eins mit Christus und untereinander. In der Buße schenkt uns Christus immer wieder von neuem Vergebung von Schuld und Sünde. In der Krankensalbung steht er uns bei in schwerer Krankheit und bei Lebensgefahr. Im Sakrament der Weihe überträgt er dem Empfänger die Vollmacht, sein Wort zu verkünden und die Sakramente zu spenden. In der Ehe, wenn zwei Menschen zueinander ja sagen, verbindet Christus sie zu einem unauflöslichen Bund, bis der Tod sie scheidet.

Taufe und Eucharistie sind die grundlegenden Sakramente. Ihre Praxis ist im NT vielfach bezeugt. Bei der Siebenzahl der Sakramente stützt sich die katholische Kirche auf eine lange Entwicklung, die ihren Ursprung bereits im Leben der Urkirche hat, aber erst im 12. jahrhundert in etwa abgeschlossen wird. Im 16. Jahrhundert wird sie zum Gegenstand des Streites zwischen den Konfessionen. Die reformatorischen Kirchen halten seither meist  nur an den beiden Sakramenten der Taufe und des Herrenmahles (Eucharistie) fest. Gewisse Annäherungen sind jedoch in den letzten Jahren zu verzeichnen.

Der Empfang der Sakramente gehört zu jenen Bedingungen, die jemand erfüllen muss, um Christ sein zu können: Die Taufe ermöglicht erst den Eintritt in die Gemeinschaft der Kirche, sie ist ja die Grundvoraussetzung , und die Eucharistie gewährleistet im späteren Leben die von Christus zugesagte Verbindung mit ihm. Erst durch den Empfang diese Sakramente ist wirklich christliches Leben möglich. Nur wer mit Christus in Verbindung bleibt, kann seiner Berufung als Christ gerecht werden. 

    
2. Die Eucharistie ist Mahlgemeinschaft  mit Jesus Christus  und somit  Ausdruck der Einheit mit ihm und in ihm mit Gott.

Die Eucharistie macht die Einheit mit Christus sichtbar, weil alle Teilnehmer am heiligen Mahl teilnehmen „am Leib Christi“. „Ist das Brot, das wir brechen, nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Weil es ein einziges Brot ist, sind wir Vielen eine einziger Leib; denn wir alle haben Anteil an dem einen Brot“ (1 Kor 10:16b-17).
Das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, das vielfach im Neuen Testament überliefert ist (1 Kor 11:23-25; Mk 14:22-25; Mt 26:26-29; Lk 22:15-20), ist das letzte Mahl einer langen Reihe von täglichen Mahlzeiten mit seinen Jüngern. Die Mahlgemeinschaft war schon immer das Erkennungszeichen für Zusammengehörigkeit und Lebensgemeinschaft, die in den Tischgemeinschaften ihren Ausdruck fand.

Vermutlich hat Jesus auf die damals religiös bedeutsame Form des rituell geregelten jüdischen Mahles zurückgegriffen: Zu Beginn einer Mahlzeit sprach der Hausvater über den Brotfladen einen Lobspruch auf Gott, den Spender des Brotes, brach für jeden ein Stück ab („Brotbrechen“) und teilte es aus. Nach dem gemeinsamen Mahl wiederholte sich dieser Ritus über dem Becher mit dem Wein.
Auf diesem Hintergrund war das, was Jesus beim letzten Abendmahl tat und sagte, seinen Jüngern unmittelbar verständlich. Mit seinen Worten: „Nehmt, das ist mein Leib das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird“ (Mk 14:22b-23) ging er aber über die übliche Mahrfeier hinaus, gab ihr eine neue Bedeutung, einen neuen Sinn, indem er Brot und Wein auf sich selbst, auf seine Person bezog. Angesichts seines bevorstehenden Todesschicksals, dem er sich stellte, redet er von sich selbst als Opfer: Wie der Brotfladen, so wird mein Leib gebrochen werden; wie der rote Wein ausgegossen wird, so wird mein Blut vergossen werden. Dementsprechend ist dann auch Jesu Leiden und Sterben als Opfer- und Sühnetod gedeutet worden.

Zur Erinnerung an dieses letzte Abendmahl feierten und feiern die Christen immer wieder miteinander Mahl: „Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch drinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn“ (1 Kor 11:26), schreibt Paulus. Doch ist dieses Gedächtnismahl kein Trauermahl, sondern aufgrund der Auferweckung Jesu (1 Kor 15) immer ein Freudenmahl (vgl. bes. Apg 2:46), um Dank zu sagen 1. für die Hingabe Jesu, für sein Leben und Sterben „für uns“, 2. für seine Verbundenheit mit uns, ist doch „das Brot das wir brechen Gemeinschaft des Leibes Christi“ (1 Kor 10:16b) und 3. für die geschenkte Hoffnung auf sein Kommen in Herrlichkeit (vgl. Mk 14:25; 26:29; 22:18).

Danksagung heißt griechisch eucharistia. Deswegen wird dieses Dankesmahl „Eucharistie“ genannt. Sie ist die Mitte einer jeden christlichen Gemeinde, das Herz der Kirche, das „Brot“, von dem der Christ lebt.

So ist die Kirche als das „neue Gottesvolk“ eine vom Leib Christi her egalitäre Gemeinschaft, zusammengeschlossen durch das Band der Liebe: „In der Bruderliebe seid einander herzlich zugetan, ein jeder schätze den anderen an Ehre höher ein (als sich selbst). Seid nicht nachlässig im Eifer, seid glühenden Geistes, dienet dem Herrn . Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Drangsal, beharrlich im Gebet. Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen, befleißigt euch der Gastfreundschaft“ (Röm 12:10-13).

Das Band der Einheit der Christen, die Grundlage ihrer gegenseitigen Brüderlichkeit und Solidarität sind nicht mehr die Blutsverwandtschaft und die gleiche Stammeszugehörigkeit, sondern der gemeinsame Glaube, letztlich der Auferstandene Christus, der sie, durch das Sakrament der Eucharistie im Heiligen Geist mit- und untereinander verbindet.

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