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Frage 195: Was bedeutet die Heiligsprechung? Gibt es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Himmel? (TR)
Antwort: Der Katechismus der Katholischen Kirche schreibt über die Berufung zur Heiligkeit, die mit der Berufung eines Menschen zur Taufe verbunden ist, und zur Bedeutung der Heiligsprechung folgende Paragraphen:
824 Die Kirche wird durch Christus geheiligt, weil sie mit ihm vereint ist; durch ihn und in ihm wirkt sie auch heiligend. Die ‚Heiligung der Menschen in Christus und die Verherrlichung Gottes’ sind es, auf die alle anderen Werke der Kirche als auf ihr Ziel hinstreben’ (Sacrosanctum Concilium 10). In der Kirche ‚ist die ganze Fülle der Heilsmittel’ (Unitatis reintegratio 3) vorhanden. In ihr ‚erlangen wir mit der Gnade Gottes Heiligkeit’ (Lumen gentium 48)
825 ‘Die Kirche ist schon auf Erden durch eine wahre, wenn auch unvollkommene Heiligkeit ausgezeichnet’ (Lumen Gentium 48). Sie muss in ihren Gliedern die vollkommene Heiligkeit erst noch erreichen. ‚Mit so vielen und so großen Mitteln zum Heile ausgerüstet, sind alle Christgläubigen jedweden Berufs und Standes auf ihrem jeweiligen Weg vom Herrn zur Vollkommenheit der Heiligkeit berufen, in der der Vater selbst vollkommen ist’ (Lumen Gentium 11).
826 Die Liebe ist die Seele der Heiligkeit, zu der alle berufen sind: ‚sie leitet und beseelt alle Mittel der Heiligung und führt sie zum Ziel’ (Lumen Gentium 42). […]
827 ‚Während Christus, heilig, schuldlos, unbefleckt, die Sünde nicht kannte, sondern allein die Vergehen des Volkes zu sühnen kam, umfasst die Kirche in ihrem eigenen Schoß Sünder, ist zugleich heilig und stets reinigungsbedürftig, sie geht immerfort den Weg der Buße und Erneuerung’ (Lumen Gentium 8). Alle Glieder der Kirche, auch ihre Amtsträger, müssen bekennen, dass sie Sünder sind. In allen wächst zwischen der guten Saat des Evangeliums bis zum Ende der Zeiten auch das Unkraut der Sünde. Die Kirche vereint sündige Menschen, die zwar vom Heil Christi erfasst, aber noch immer erst auf dem Weg zur Heiligkeit sind: […]
828 Wenn die Kirche gewisse Gläubige heiligspricht, das heißt feierlich erklärt, dass diese die Tugenden heldenhaft geübt und in Treue zur Gnade Gottes gelebt haben, anerkennt die Kirche die Macht des Geistes der Heiligkeit, der in ihr ist. Sie stärkt die Hoffnung der Gläubigen, indem sie ihnen die Heiligen als Vorbilder und Fürsprecher gibt. ‚In den schwierigsten Situationen der Geschichte der Kirche standen am Ursprung der Erneuerung immer Heilige’ (Christifideles Laici 16,3). ‚Die geheime Quelle und das unfehlbare Maß der missionarischen Kraft der Kirche ist ihre Heiligkeit’ (Christifideles Laici 17,3).
829 ‚Während aber die Kirche in der seligsten Jungfrau Maria schon zur Vollkommenheit gelangt ist, in der sie ohne Makel und Runzel ist, bemühen sich die Christgläubigen noch, die Sünde zu besiegen und so in der Heiligkeit zu wachsen; und daher erheben sie ihre Augen zu Maria’ (Lumen Gentium 65): in ihr ist die Kirche schon die ganz heilige.“
Frage 196: Was denkt die Katholische Kirche über die Evolutionstheorie? (TR)
Antwort: Der Fragende lese unsere Antwort auf Frage no. 85 in Sektion 10 der Fragen und Antworten.
Frage 197: Wissenschaftler sagen, dass die Erde etwa 5 Milliarden Jahre alt sei. Und die menschlichen Spuren auf der Erde sind höchstens 1-2 Millionen Jahre alt. Die Bibel aber sagt, dass Gott die Schöpfung in sechs Tagen vollendet habe. Hat Gott wirklich so langsam gearbeitet? (TR)
Antwort: Die Frage geht von einem irrtümlichen Verständnis der Schöpfungsberichte der Bibel aus. Die Bibel beabsichtigt nicht, irgendwelche naturwissenschaftlichen Daten und Forschungsergebnisse hinsichtlich der geschaffenen Wirklichkeiten mitzuteilen. Die biblischen Schöpfungsberichte betreffen „die Grundlagen des menschlichen und christlichen Lebens, sie formulieren die Antwort des biblischen Glaubens auf die Grundfragen, sie sich die Menschen aller Zeiten gestellt haben: ‚Woher kommen wir?’, ‚wohin gehen wir?’, ‚woher stammen wir?’, ‚wozu sind wir da?’, ‚woher kommt alles was da ist, und wohin ist es unterwegs?’ Die beiden Fragen, die nach dem Ursprung und die nach dem Ziel, lassen sich nicht voneinander trennen. Sie sind für den Sinn und die Ausrichtung unseres Lebens entscheidend.
Die Frage nach den Ursprüngen der Welt und des Menschen ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Forschungen, die unsere Kenntnis über das Alter und die Ausmaße des Universums, über das Werden der Lebensformen und das Auftreten des Menschen unerhört bereichert haben. Diese Entdeckungen sollten uns anregen, erst recht die Größe des Schöpfers zu bewundern, ihm für all seine Werke und für die Einsicht und Weisheit zu danken, die er den Gelehrten und Forschern gibt […]
Das große Interesse für diese Forschungen wird stark angespornt durch eine Frage anderer Ordnung, die über das eigentliche Feld der Naturwissenschaft hinausgeht. Es handelt sich nicht bloß um die Frage, wann und wie der Kosmos materiell entstanden und der Mensch aufgetreten ist, sondern es geht um den Sinn des Werdens: ob es durch Zufall, durch ein blindes Schicksal, eine namenlose Notwendigkeit bestimmt wird oder aber von einem intelligenten und guten höheren Wesen, das wir Gott nennen. Und wenn die Welt aus der Weisheit und Güte Gottes stammt, warum dann das Übel? Woher kommt es? Wer ist dafür verantwortlich? Und gibt es eine Befreiung von ihm?“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Band 1, nos. 282-284)
Was sagt nun die Bibel über die Schöpfung, was wollen die Schöpfungsberichte sagen und wie sind sie richtig zu verstehen?
Das Alte Testament kennt nicht nur eine, sondern zwei Schöpfungsgeschichten, nämlich Genesis 1, 1-4 und Genesis 2, 4b.7. „Sie stimmen völlig überein in ihrem Glauben an Gott, den Schöpfer; sie drücken diesen Glauben aber mit unterschiedlichen Vorstellungen aus. Damit wird nochmals deutlich, dass es der Bibel nicht um eine empirisch erkennbare Entstehung der Welt geht, sondern um den Glauben, dass die Welt in Gott ihren Grund hat.
Der erste, aber jüngere Schöpfungsbericht setzt sehr lapidar ein:
„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war…“ (Gen 1. 1-4)
Dann schildert dieser Schöpfungsbericht, wie Gott im Rhythmus von sieben Tagen die einzelnen Schöpfungswerke hervorbringt. Den Höhepunkt bildet die Erschaffung des Menschen am sechsten Tag. Am Schluss heißt es zusammenfassend: „Gott sah alles, was er gemacht hatte: Er war sehr gut“ (Genesis 1, 31)“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Band 1, S. 94f.)
„Dieser (priesterschriftliche) Schöpfungsbericht will eine logische und erschöpfende Aufzählung der Dinge geben, wie sie nach dem wohlbedachten Plan im Rahmen einer Woche, die mit der Sabbatruhe abschließt, geschaffen werden. Auf Gottes Ruf hin kommen die Geschöpfe zum Dasein, in der Reihenfolge wachsender Würde bis hin zum Menschen, dem Bild Gottes und König der Schöpfung. Der Text verwendet ein vorwissenschaftliches Weltbild. Man darf nicht krampfhaft nach Übereinstimmungen zwischen dieser Schilderung und den Vorstellungen moderner Naturwissenschaft suchen; vielmehr geht es hier – in einer Form, die den Stempel ihrer Zeit trägt – um eine Offenbarung von bleibender Gültigkeit über den einzigen transzendenten Gott, der aller Welt voraus und überlegen ist; die Welt ist seine Schöpfung, d.h., sie besteht nur in völliger Anhängigkeit von ihm“ (Neue Jerusalemer Bibel, S. 15, Fußnote zu Genesis 1, 1-2, 4a).
„Anders die zweite, ältere Schöpfungserzählung. Für sie ist der Mensch nicht der Höhepunkt, sondern der Mittelpunkt der Schöpfung. Deshalb wird die Erschaffung der Welt nur kurz und knapp angedeutet, dafür aber die Erschaffung des Menschen sehr breit und plastischer erzählt.
„Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte… Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden, und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ (Gen 2,4b.7)
Beide Schöpfungsberichte sprechen die Sprache ihrer Zeit und benutzen Vorstellungen der damaligen Kultur. In dieser uns heute fremden Gestalt bringen sie freilich einen Inhalt zum Ausdruck, der nicht aus dem damaligen Weltbild stammt, sondern das Ergebnis des Weges Gottes mit dem Volk Israel war und eine Offenbarungs- und Glaubenswahrheit darstellt […] Die Schöpfung ist der Anfang, der auf Vollendung hingeordnet ist. Das bringt der erste Schöpfungsbericht dadurch bildhaft zum Ausdruck, dass er Gott am siebten Tag, nachdem er sein Werk vollbracht hat, ruhen lässt (vgl. Genesis 2, 2). Damit soll nicht gesagt werden, dass Gott von seiner Arbeit müde geworden sei; vielmehr ist gesagt: Das Ziel der Schöpfung ist der Sabbat, die Verherrlichung Gottes. Deshalb schreibt Paulus, die ganze Schöpfung warte sehnsüchtig und unter Geburtswehen auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes, das heißt auf die Herrlichkeit des vollendeten Reiches Gottes (vgl. Römer 8, 19-24). Die erste Schöpfung ist also auf den neuen Himmel und die neue Erde (vgl. Jesaja 65, 17; 66, 22; Offenbarung 21,1) hingeordnet. Sie findet ihre Vollendung, wenn einmal Gott „alles und in allem“ sein wird (1 Korinther 15, 28). So ist die Schöpfung keine starre Wirklichkeit, sondern stellt ein Geschen dar, das nicht abgeschlossen, sondern offen ist für die Zukunft, die Gott selbst für den Menschen ist.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bd. 1, S. 95)
Frage 198: Glauben Sie, dass unsere winzig kleine Erde das Zentrum des unendlichen Weltalls sei, weil nach dem Schöpfungsbericht nur hier das Leben begonnen haben soll und alle anderen Himmelskörper fast nur als Dekoration geschaffen wurden? (TR)
Antwort: „Es ist“, so stellt das II. Vatikanische Konzil fest, „fast einmütige Auffassung der Gläubigen und der Nichtgläubigen, dass alles auf Erden auf den Menschen als seinen Mittel- und Höhepunkt hinzuordnen ist.“ (Gaudium et Spes 12).
Allerdings wissen wir heute besser als je, dass unsere Erde nicht der Mittelpunkt der Welt und dass nach Überzeugung der meisten Naturwissenschaftler der Mensch hinein verflochten ist in die Evolution des Weltalls und des Lebens. So stellt sich die Frage: Was ist der Mensch? Dies ist die Urfrage der Menschheit von ihren Anfängen an. Auch die Bibel stellt diese Frage (vgl. Psalm 8,5; 144,3; Ijob 7,17)
Die fundamentale Antwort der Bibel auf diese Frage „Was ist der Mensch?“ lautet: Der Mensch ist Geschöpf Gottes, er verdankt sein Dasein und Sosein Gott. Er ist von Gott in seinem Dasein gewollt und gehalten; er ist, weil Gott ihn beim Namen gerufen hat: Ich will, dass du bist. (Katholischer Erwachsenen-Katechimus, Bd. 1, S. 114)
Damit unterscheidet die Bibel die Schöpfung des Menschen von der Schöpfung der übrigen Lebewesen. Für die Bibel ist das Auszeichnende des Menschen gegenüber der übrigen Wirklichkeit seine Gottebenbildlichkeit. (vgl. Genesis 1, 26-27).Von allen Lebewesen ist der Mensch das einzige Wesen, das Gott entspricht, das Gott hören und antworten kann. Damit ist der Mensch, geschaffen als Partner Gottes, berufen zur Gemeinschaft mit Gott.
Von der einzigartigen Würde des Menschen her betrachtet ist die winzige Erde im Weltall somit in der Tat „das Zentrum des unendlichen Weltalls“. Diese Sicht kommt in den Psalmen in herrlicher Weise zum Ausdruck:
„Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; über die Himmel breitest du deine Hoheit aus… Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihm mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände hast ihm alles zu Füßen gelegt… Herr, unser Herrscher; Wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!“ (Ps 8, 2.5-7.10; vgl. Sirach 17, 1-10)
(Ebd., S. 115-117)
Frage 199: Warum dürfen die Frauen nicht Priester werden? Etwa wegen Eva? (TR)
Antwort: Diese Frage ist in der Antwort auf Frage 186 (Sektion 15) beantwortet worden. Eine sorgfältige Lektüre unserer Antwort zeigt, dass die Haltung der katholischen Kirche in dieser Frage nichts mit biblischen Aussagen zu Adam oder Eva zu tun hat.
Frage 200: Jesus sagt öfters „Ihr habt gehört…, aber ich sage euch…“ und somit ändert er viele Aussagen des Alten Testaments. Ist das nicht eine Ablehnung des Alten Testaments? (TR)
Antwort: Jesus Christus war gegenüber der „Überlieferung der Alten“ (Markus 7, 3.5.) kritisch, weil er sah, dass viele Juden und jüdische Lehrer seiner Zeit die Überlieferung der Menschen“ an die Stelle von Gottes Gebot gesetzt haben (Markus 7, 8). Aber Jesus war kein Bilderstürmer, der alles umstürzen wollte. In vielem hielt er sich an die Überlieferung seines Volkes, ja, er schöpfte reichlich aus den heiligen Schriften des so genannten Alten Testaments. An die Stelle der rabbinischen Auslegung setzte er freilich seine eigene: „Ich aber sage euch“ (Matthäus 5, 22 u. a.). Er will sagen: „Was wirkliche und wahre Tradition ist, das sage ich.“ Mehr noch: „Tradition, lebendige und lebenweckende Weitergabe, das bin ich.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, S. 51)
Es wäre jedoch ein gravierendes Missverständnis zu meinen, Jesus Christus habe mit seinem Anspruch, die wahre Erklärung des Alten Testaments, ja sein Ziel- und Mittelpunkt zu sein, dazu aufgerufen, das Alte Testament aufzugeben. Zu diesem wichtigen Lehrbereich sagt der Katechismus der Katholischen Kirche:
121 Das Alte Testament ist ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten dauernden Wert, denn der Alte Bund als solcher ist nie widerrufen worden.
122 ‚Der Heilsplan des Alten Testamentes war vor allem darauf ausgerichtet, die Ankunft Christi, des Erlösers von allem,… vorzubereiten“. Obgleich die Bücher des Alten Testamentes „auch Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten“, zeugen sie dennoch von der Erziehungskunst der heilschaffenden Liebe Gottes: Sie enthalten „erhabene Lehren über Gott, heilbringende Weisheit über das Leben des Menschen und wunderbare Gebetsschätze“; in ihnen ist „schließlich das Geheimnis unseres Heiles verborgen.“ (Dei Verbum 15)
123 Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes. Den Gedanken, das Alte Testament aufzugeben, weil das Neue es hinfällig gemacht habe [Markionismus], wies die Kirche stets entschieden zurück.“
„Schon zur Zeit der Apostel und sodann in ihrer ganzen Überlieferung wurde die Einheit des göttlichen Plans in den beiden Testamenten von der Kirche durch die Typologie verdeutlicht. Diese findet in den Werken Gottes im Alten Bund „Vorformen“ [Typologien] dessen, was Gott dann in der Fülle der Zeit in der Person des menschgewordenen Wortes vollbracht hat.“
Frage 201: Es soll in Indien Thomas Christen geben. Sind sie die Anhänger des Thomas-Evangeliums? (TR)
Antwort: Die Thomas Christen, auch Malabar Christen genannt, sind eine Gruppe von Christen, die in Kerala in Südwestindien leben. Sie behaupten, ihre Kirche sei vom Hl. Apostel Thomas gegründet worden, der bei Madras den Martyrertod erlitten habe. Ein Schrein des Hl. Thomas bei Madras ist mit einem Kreuz bezeichnet, das eine Pahlavi Inschrift aus dem siebten Jahrhundert trägt. Weder das apokryphe Thomasevangelium, das 1945-6 bei Nag Hammadi in einer Koptischen Version gefunden wurde, noch das apokryphe Kindheitsevangelium des Thomas haben irgendetwas mit den Thomaschristen in Südindien zu tun.
Frage 202: USA hat endlich einen schwarzen Präsidenten. Ist es möglich, dass einmal auch ein Schwarzer Papst werden kann? (TR)
Antwort: Kirchenrechtlich steht der Wahl eines schwarzen Papstes nichts im Weg. Jeder getaufte Mann kann zum Papst gewählt werden. Falls dieser bei der Wahl noch nicht Bischof ist, wird er erst mit dem Empfang der Bischofsweihe zum Bischof von Rom und damit zum Papst.
Frage 203: Was denken Sie über die Abtreibung? Und über die Abtreibung nach einer Vergewaltigung? (TR)
Antwort: Zum Thema der Abtreibung siehe Frage no. 159 in Fragen und Antworten Sektion 16. Die Kirche lehrt, dass das menschliche Leben in allen seinen Phasen, d.h. vor sowie nach der Geburt ein Rechtsgut ist, das von Anfang an einen Anspruch auf Bewahrung und Schutz vor Vernichtung hat. „Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuungswürdige Verbrechen“ (Gaudium et Spes 51).
„Wie jedes andere Leben kann auch das ungeborene menschliche Leben in Konflikt mit anderen Gütern geraten. Manchmal sehen Eltern oder Frauen in der Tötung des ungeborenen Kindes das letzte Mittel, um in einem Konflikt Güter, die ihnen wichtig oder sogar unaufgebbar erscheinen, nicht aufgeben zu müssen. Wie kann man in solchen Konflikten zu verantwortbaren sittlichen Entscheidungen kommen?
Für die Klärung dieser Fragen ist es wichtig, dass wir mit den Fakten wie mit den verwendeten Begriffen vertraut sind und zudem beachten, dass wir wie rechtliche Regelungen nicht mit sittlichen Urteilen gleichsetzen.
Im Zusammenhang mit dem Problem des Schwangerschaftsabbruchs begegnen wir immer wieder dem Begriff „Indikation“. Viele verstehen darunter fälschlicherweise eine „Indikation zum Schwangerschaftsabbruch“ und meinen, ein Schwangerschaftsabbruch sei sittlich gerechtfertigt, wenn eine Indikation vorliege. In Wirklichkeit ist eine Indikation zunächst einmal nichts anderes als ein „Anzeichen“ oder „Hinweis“ darauf, dass das empfangene Kind Probleme mit sich bringen kann, die für die Mutter bzw. die Eltern eine mehr oder minder schwere Konfliktsituation darstellen.
Kriminologische (im Rechtsbereich auch ethische oder humanitäre) Indikation besagt, dass das Kind durch Vergewaltigung oder Notzucht rechtswidrig aufgezwungen worden ist.
Allgemeine (soziale) Notlagenindikation besagt, dass das empfangene Kind, die Mutter oder die Familie in eine schwere soziale oder wirtschaftliche Notlage geraten kann, die von der Schwangeren als so schwerwiegend empfunden wird, dass sie bei ihr zu erheblichen psychischen Belastungen führen kann.
Medizinische Indikation besagt, dass das ungeborene Leben das Leben der Mutter (vitale Indikation) oder die Gesundheit der Mutter (prophylaktische Indikation) gefährdet. […]
Alle diese Indikationen zeigen an, dass das Gut des ungeborenen Lebens in Konflikt mit anderen Gütern geraten kann. Sind diese anderen Güter von so großer Bedeutung oder Vordringlichkeit, dass man sie dem fundamentalen Gut des ungeborenen Lebens vorziehen darf? Das ist die eigentlich ethische Frage.
Betrachten wir von dieser Frage her die kriminologische Indikation, so zeigt sich, dass eine Abwägung der hier in Frage stehenden Güter nicht zu einer sittlichen Rechtfertigung eines Schwangerschaftsabbruchs führen kann. Auch das durch Vergewaltigung oder Notzucht empfangene Kind hat ein fundamentales Recht auf Leben, das Vorrang hat vor dem Selbstbestimmungsrecht der Mutter. Sicher sind mit einer solchen sittlichen Wertung nicht die vielen Probleme gelöst, die für die Schwangere aus einer aufgezwungen Schwangerschaft entstehen, aber diese sind nicht dadurch zu lösen, das das empfangen Kind getötet wird.
Das trifft in anderer Weise auch für die psychische Belastung der Mutter zu, von der die Notlagenindikation spricht. Seelische und soziale Notlagen sind große Übel, aber sie erlauben nicht, dass das empfangene Kind getötet wird; sie sind vielmehr durch Hilfen zu beseitigen, die der Mutter von anderer Seite her zu gewähren sind. Leider fallen für eine solche Hilfe oftmals gerade diejenigen aus, deren Aufgabe es am ehesten wäre, die Frau vor der Entscheidung zur Tötung ihres ungeborenen Kindes zu bewahren: der Vater des Kindes, die Familie und die engere Umwelt. Manchmal verstärken sie durch Druck noch die Not der Schwangeren und treiben sie zum Abbruch. Das gilt nicht weniger für die breite Öffentlichkeit, in der sich die Maßstäbe über den Wert des ungeborenen Lebens beträchtlich verschoben haben. Die allgemeine Mentalität drängt oft in Situationen, aus denen die Schwangere kaum noch einen anderen Ausweg weiß.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bd. 2, S. 290-291)
Schwierige Probleme kann auch die Findung des rechten sittlichen Urteils bei der medizinischen Indikation mit sich bringen. Aufgrund medizinischen Fortschritts, wenigstens im Kontext der wohlhabenderen und technisch entwickelten Gesellschaften, können die meisten Risiken für die Gesundheit der Mutter (prophylaktische Indikation) so verringert werden, dass medizinisch gesehen lebensbedrohende Situationen selten geworden sind. Somit stellen sich bezüglich einer Güterabwägung bei medizinisch-prophylaktischer Indikation die ethischen Probleme heute im Allgemeinen dort nicht mehr in solcher Schärfe, wie das früher der Fall war. Anders sieht dies dagegen in den zahlreichen Ländern Afrikas, Asiens und auch Lateinamerikas aus, wo diese medizinischen Fortschritte bisher kaum wirksam geworden sind oder weit außerhalb der Reichweite der normalen Bevölkerungen liegen. Die ethische Beurteilung des sittlichen Handelns bei der medizinischen Indikation muss also die konkreten Umstände mit in Betracht ziehen . Gerade auch hier gilt: „Die Bewertung konkreter Handlungen kann […] nicht allein nach den Kriterien der Übereinstimmung mit allgemeinen moralischen Normen erfolgen. Diese können das Konkrete in seiner Kontingenz und Singularität nicht adäquat erfassen, da das Partikulare neben den Merkmalen, in denen es mit dem allgemeinen übereinstimmt, einen Mehrwert aufweist, der sich aus der Besonderheit der jeweiligen Umstände ergibt. […] Als zum bewussten Leben befähigtes, zu Freiheit und Verantwortung aufgerufenes personales Wesen ist der Mensch nicht bloßer Fall des Allgemeinen, individuelle Realisierung der Idee Mensch an sich, sondern dieser Mensch hic et nunc, der eine einmalige, unwiederholbare Geschichte hat, die durch ihr Handeln ihrem letzten Ziel in der Gemeinschaft des ewigen Gottes näherkommen soll.“ (Eberhard Schockenhoff, Grundlegung der Ethik. Ein theologischer Entwurf. Freiburg: Herder, 2007, S. 448f)
„In seltenen, aber nicht auszuschließenden Fällen steht sowohl das Leben der Mutter wie auch das Leben des Kindes auf dem Spiel (vitale Indikation). Hier wird die Situation so dramatisch, dass alle Beteiligten vor einem schweren persönlichen Konflikt stehen; hier scheinen auch die ethischen Kategorien über die Unantastbarkeit des Lebens kaum mehr zugreifen. Die ethische Forderung, in einem solchen Fall der Natur ihren Lauf zu lassen und beide, Mutter und Kind, sterben zu lassen, wird allgemein als unmenschlich empfunden. Man wird in diesem extremen Ausnahmefall aber auch das Argument derer beachten, die es ethisch für vertretbar halten, dass von zwei unrettbaren Leben wenigstens eines gerettet werden dürfe, zumal das Ziel der Handlung die Rettung von Leben sei. Eine solche Abwägung ist jedoch auf keinen Fall mit jenen Eingriffen auf eine Stufe zu stellen, in denen ein ungeborenes Kind auch dann getötet wird, wenn es in keiner Weise mit einem gleichwertigen Gut in Konflikt gerät. Die Deutschen Bischöfe betonen: ‚Hier ist die sorgfältige Gewissensentscheidung des Arztes in der konkreten Situation gefordert. Einer solchen Entscheidung wird niemand die Achtung vorenthalten“ (Zur Novellierung des § 218 vom 7. 5. 1976, 7). (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bd. 2, S. 292)
Frage 204: Im Neuen Testament steht, dass die Frauen in der Kirche ihren Kopf bedecken sollen. Warum leistet man dieser Anweisung nicht Folge? (TR)
Antwort: Unsere Antwort gliedert sich in zwei Teile:
Sind alle Weisungen und Vorschriften der Bibel, die das sittliche Verhalten betreffen, unveränderlich gültig?
Der an sich unbedingte Geltungsanspruch ethischer Normen stellt uns vor die Frage, ob Weisungen aus früherer Zeit, inklusive der in biblischen Texten formulierten Weisungen, noch verpflichtende Orientierung für den heutigen Menschen sein können bzw. ob sie in ihrer Formulierung ausnahmslos für jede Situation zutreffen. Normen bedürfen immer der Auslegung und der richtigen Anwendung. Dabei stellt sich manchmal heraus, dass einzelne Regelungen früherer Zeiten (zum Beispiel solche, die den Stand der Sklaven betrafen, oder die Stellung der Frau in der Gesellschaft und damit verbunden Vorschriften) heute keine Geltung mehr haben können.
Es kommt auch vor, dass Normen unter sich verändernden Umständen nicht mehr den Wert schützen helfen, für dessen Verwirklichung sie ursprünglich formuliert worden sind. Hier kann ein Wandel der Verhältnisse auch zum Wandel oder gar zum Wegfall einer früher geltenden Norm führen. So konnte in bestimmten natural-wirtschaftlichen Systemen das Zinsnehmen zu Missbrauch und Erpressung führen, während es in anderen Wirtschaftsystemen durchaus gerecht ist, nämlich immer dann, wenn geliehenes Geld „fruchtbar“ wird und Zinsen abwirft.
„Der unbedingte Geltungsanspruch von Normen schließt nicht aus, dass Güter, die durch eine Norm geschützt werden sollen miteinander in Konkurrenz geraten. Bei der sittlichen Urteilsfindung muss dann bedacht werden, welchem Gut im Einzelnen der Vorrang zu geben ist.
Auch die Art und Weise, wie der Mensch in verschiedenen Lebensbereichen gesehen wird, kann sich wandeln. So gibt es zwischen der Sicht der menschlichen Sexualität zur Zeit des heiligen Augustinus (354-430) oder des Thomas von Aquin (1224-1274) und der Sicht des Zweiten Vatikanischen Konzils große Übereinstimmungen, aber es gibt auch deutliche Unterschiede. Letztere spiegeln die Erweiterung medizinischer und anthropologischer Erkenntnisse, aber auch kulturell Erfahrungen wider, die auf die Bewertung der Sexualität und der Ehe großen Einfluss gewonnen haben. Eine Humanisierung der menschlichen Sexualität und der ehelichen Gemeinschaft, wie sie das Zweite Vatikanische Konzil aufzeigt, hätten Augustinus oder Thomas von Aquin und sogar das kirchliche Rechtsbuch von 1917 so noch nicht sehen können. Daran wird deutlich, dass das Ethos in unterschiedlichen geschichtlichen Stadien eine unterschiedliche Gestalt gewinnt, in der Bewährtes bewahrt wird und Neues sich bewährt. […]
Wir leben heute in einer Zeit großer Umbrüche des Empfindens, Denkens und Wertens. In der Vielfalt der Meinungen, Anschauungen und Überzeugungen ist es nicht immer einfach, das herauszufinden, was vor Gott sittlich gut und richtig ist. Hier müssen wir uns [d.h. in diesem hier konkret: die katholischen Christen] auf die Quellen des Glaubens und auf die sittlichen Überzeugungen des ganzen Gottesvolkes besinnen. Wo ein erweitertes Verständnis und eine vertiefte Auslegung von bisher geltenden Normen notwendig ist, muss immer der Wert beachtet werden, der geschützt werden soll (vgl. dazu die Enzyklika „Veritatis splendor“ Papst Johannes Pauls II vom Jahre 1993, no. 53). Ein Beispiel dafür gibt das Zweite Vatikanische Konzil in der Frage der Religions- und Gewissensfreiheit. Nach der früheren Auffassung wurde dem subjektiv Irrenden zu wenig Rechnung getragen. Hier hat die Neuorientierung nicht den Sinn gehabt, bleibende Moralprinzipien aufzuweichen, sie hat vielmehr in einer fälligen Neuinterpretation den Anspruch des Evangeliums deutlicher vernehmbar gemacht und seine Verbindlichkeit in grundlegenden Menschenrechtsnormen klargestellt.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bd. 2, 103f)
Von diesen Gesichtspunkten her erhellt, das viele normative Aussagen der Hl. Schrift, vor allem solche, die kulturell bedingt sind, immer wieder neu zu bedenken und interpretieren sind. Dies gilt gerade auch für die Ausführungen des Apostels Paulus zur Stellung der Frau in Familie und Gemeinde.
Was genau sagt der biblische Text?
Der Text, auf den sich der Fragende hier bezieht, ist wohl 1 Korinther 11, 3-16. Hier spricht Paulus anscheinend über den Schleier der Frauen. Der ausgewiesene Fachmann für die Exegese der paulinischen Briefe, Prof. Dr. Norbert Baumert, fasst seine Forschungen zu diesem Text folgendermaßen zusammen:
„Wieviel ist um diesen Text gekämpft worden! Oft wurden Frauen unter Berufung auf ihn in die Schranken gewiesen oder genötigt, bis zu dem Extrem, beim Betreten der Kirche ein Stück Papier auf den Kopf legen zu müssen, falls die kein Tuch dabei haben. […]
Hintergrund der Ermahnung des Apostels ist die Tatsache, dass gelegentlich mitten in einer Gebetsversammlung eine Frau, wenn sie laut betete und ein prophetisches Wort sprach, ihr Haar auflöste. Das wirkte auffällig. Bei den Griechen war es nicht unbekannt, dass Propheten und Prophetinnen, um die Bedeutsamkeit ihrer prophetischen Rolle zu unterstreichen, zuweilen ihr Haar auflösten und heftig gestikulierten, so dass die Haare – mehr oder weniger eindrucksvoll – um Gesicht und Nacken flogen. Paulus rügt dies bei Männern und Frauen (!), aber da die Männer um diese Zeit nur (noch) selten langes Haar trugen, formuliert er ihr Fehlverhalten anders: Eitelkeit und Wichtigtuerei kann sich beim Mann darin zeigen, dass er »sich mit seinem Kopf beschäftigt«. Die Frau aber trug damals immer langes Haar, und dieses war, zumindest bei der Ehefrau, zusammengebunden oder hochfrisiert. So »bedeckte« die Frau normalerweise mit ihren Haaren ihren »Kopf« (nicht mit dem Schleier die Haare). Diese Redeweise wäre für einen Mann so nicht passend, weil er zumindest seine Haare nicht hochfrisiert trug. Zu allen Zeiten aber gab es Männer, die keine Haare mehr haben, die den »Kopf« (oben) »bedecken«. Ob nun mit langen oder kurzen, vielen oder wenigen Haaren, ein Redner kann sich stets in Positur setzen oder dramatisierend Eindruck schinden.
Ist also das Gestikulieren mit dem Kopf beim Beten und prophetischen Reden in jedem Fall unpassend, so betrifft dies bei der Frau zugleich ihre soziale Stellung, und zwar stärker als beim Mann, weil die frisierten Haare auch ein Zeichen der verheirateten Frau sind. Zugleich ist das Auflösen auch eine gewisse Provokation der Männer, wie aus dem Hinweis auf die »Geschorene« (Ehebrecherin oder Prostituierte) hervorgeht. Zudem scheint der tatsächliche Anlass nur ein Fehlverhalten von Frauen gewesen zu sein, da die Männer, obwohl entsprechendes auch bei ihnen tadelnswert ist, keine Rüge erhalten.
Interessant ist nun die affektive Reaktion des Apostels und wie er eine Zurechtweisung – echt rabbinisch – biblisch und theologisch begründet. Da es um den »Kopf« der Frau geht, sucht er biblische und theologische Gedanken, in denen dieses Stichwort vorkommt, und spielt mit zwei Bedeutungsnuancen, die wir im Deutschen am besten durch Kopf (physiologisch, organisch) und Haupt (interpersonale Beziehung) charakterisieren können. Im Griechischen aber steht beide Male kephalē. Das Wort hat nicht die Bedeutung ‚Oberhaupt’, als Vorrangstellung, sondern meint eine Ursprungsbeziehung (wie: die Quelle ist ‚Haupt’ des Flusses). Paulus denkt hier vom zweiten Schöpfungsbericht her (Genesis 2, 21f). Auch geht er davon aus, dass seine Leser in diesen Verhaltensfragen ähnlich empfinden wie er und daher seine Argumentation verstehen und akzeptieren werden. Er ist selbst im griechischen Milieu aufgewachsen und weiß, was ‚man’ in diesem Kulturraum als (un-)gehörig empfindet. Ferner geht es nicht um ‚die Frauen’ schlechthin, sondern um einzelne, denen es nach seiner Einschätzung an Taktgefühl mangelt.
Der Text ( 1 Kor 11, 3-16): (3) Mir liegt viel daran, dass ihr euch bewusst seid, dass jedes Mannes Haupt Christus ist, Haupt einer Frau aber der Mann und Haupt des Christus Gott. (4) Wie jeder Mann, wenn er beim Beten oder prophetischen Reden mit seinem Kopf kokettiert, sein Haupt (nämlich Christus) entehrt, (5) so entehrt jede Frau, die beim (lauten) Beten oder prophetischen Reden (in der Versammlung) ihr Haar auflöst, ihr Haupt (nämlich den Mann); ist es doch das gleiche, wie wenn sie geschoren würde. (6) Wenn nämlich eine Frau ihren Kopf nicht (mit ihren Haaren) verhüllt, so soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen. Wenn es aber für eine Frau eine Schande ist, sich die Haare abschneiden oder den Kopf kahlscheren zu lassen, dann soll sie ihren Kopf (mit der Frisur) einhüllen. (7) Ein Mann ist zwar ,wie ihr wisst, nicht verpflichtet, den Kopf einzuhüllen, da er Bild und Ausstrahlung (Manifestation, sichtbarer Glanz) Gottes ist; die Frau aber ist Ausstrahlung (‚Glanzstück’ und Ruhm) des Mannes. (8) Es ist (existiert) ja nicht der Mann aus der Frau, sondern die Frau aus dem Mann; (9) auch geschaffen wurde bekanntlich nicht ein Mann aufgrund der Frau, sondern eine Frau aufgrund des Mannes.(10) Deswegen ist die Frau verpflichtet, ihren Kopf in Zucht zu behalten aufgrund (der Anwesenheit) der Engel. (11) Übrigens: Weder (ist) Frau ohne Mann noch Mann ohne Frau im Herrn; (12) denn wie die Frau (Eva) aus dem Mann (Adam), so auch der Mann (Christus) durch die Frau – das Ganze aber aus Gott. (13) Urteilt selbst! Gehört es sich, dass eine Frau mit aufgelöstem Haar (öffentlich) zu Gott betet? (14) Auch die Natur lehrt euch nicht, dass es für einen Mann, wenn er das Haar lang herabhängen lässt, für ihn eine Schande wäre, (15) für eine Frau hingegen, wenn sie das Haar lang fallen lässt, eine Ehre sei; denn das Haar ist (!) als Decke (zum Schutz) gegeben. (16) Wenn aber jemand streiten will: Wir haben eine derartige Gewohnheit nicht, und auch nicht die Gemeinden Gottes.
Wir sehen, nun wirkt der Abschnitt in sich geschlossen und hat eine klare Linie.“ (Norbert Baumert, Frau und Mann bei Paulus. (Überwindung eines Missverständnisses. Würzburg: Echter, 1992. S. 166-168.)
N. Baumert fügt seinen zitierten Ausführungen in einem Brief an C.W. Troll vom 14. 10. 2009 hinzu: „Ein weiteres Beispiel aus 1 Kor 14,33-36: Dort liest man gewöhnlich: „Die Frauen sollen in den Versammlungen schweigen“ (Dt. Einheitsübersetzung). Aber in 1 Kor 11,5 geht Paulus davon aus, dass sie in der Versammlung laut betet und prophetische Worte sagt. Doch ist in 14,33 nicht die Gebetsversammlung gemeint, sondern dort ist das Wort in seinem ursprünglichen Sinn gemeint: ekklēsía = beschlussfassende Versammlung. So heißt in einer Stadt die offizielle Bürgerversammlung; hier nun in einer Hausgemeinde. Und da durften keine Frauen anwesend sein. Außerdem: Nicht Paulus legt ihnen dieses Schweigen auf, sondern er bezeugt nur, was allgemein gültig ist: Er ist von der Gemeinde-Ordnung nicht gestattet. Und die Begründung: Nicht weil es Gottes unveränderliche Ordnung wäre, sondern weil es weder in der jüdischen Tradition noch in der hellenistischen Gesellschaft üblich ist, dass Frauen in solchen Versammlungen anwesend sind oder gar mitreden. Dahinter steht der Grundsatz: ‚Tut das, was unter euren Umständen als passend und angemessen empfunden wird‘. Da sich aber nun die Umstände geändert haben, würde Paulus heute nach denselben Grundsätzen sagen, die Frau soll in der beschlussfassenden Gemeindeversammlung (‚Gemeinderat‘) reden! “
Frage 205: Haben die Kerzen für die Christen eine besondere Bedeutung, dass sie in der Kirche immer noch Kerzen benutzen? (TR)
Antwort: Die rasche und weite Verbreitung der Wachskerze in der christlichen Liturgie von den frühen Jahrhunderten der christlichen Zeit an ist vor allem in der Symbolkraft der brennenden Kerze begründet. Der Theologe Romano Guardini schreibt in seinem Büchlein Von heiligen Zeichen (München: Kösel: „Es ist der tiefste Sinn des Lebens, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren, wie die Kerze in Licht und Glut.“ Isidor von Sevilla schrieb im siebten Jahrhundert n. Chr.: „Die Kerzen während der Messe werden angezündet zum Zeichen der Freude, damit unter dem Zeichen des sichtbaren Lichtes jenes Licht offenbar werde, von dem es im ersten Kapitel des Evangeliums nach Johannes heißt: „In ihm [d. h. Jesus Christus, dem Wort Gottes] war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst […] Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1:4.5.9)“
In den Gotteshäusern der Christen nehmen die Kerzen seit alters her einen besonderen Platz ein. Zu jedem Gottesdienst leuchten die schlanken Kerzen auf dem Altar. Auch im Ablauf des liturgischen Jahres ( des Kirchenjahres) begegnen sie uns immer wieder: die vier Kerzen am Adventskranz, die Osterkerze, die Kerze anlässlich der ersten hl. Kommunion um nur ein paar Beispiele zu nennen. Brennende Kerzen vor Marien- oder Heiligenbildern sind ein Zeichen des Gebets und der Verehrung. Und viele kennen auch das tief verwurzelte Brauchtum, zum Gedenken an die Verstorbenen Grablichter brennen zu lassen.
Doch schon im heidnischen Kult der Antike wurde „gebändigtes Feuer“ zu Ehren der Götter entzündet, was zu einem Streit unter den ersten Christen führte: Die einen wollten wegen dieser heidnischen Symbolik Kerzen lediglich als Lichtspender bei ihren Gottesdiensten sehen. Andere aber fanden im Licht das Zeichen zu Verehrung des Herrn. Hat sich Christus doch selbst als „Licht der Welt“ bezeichnet.
In unseren Tagen leuchtet der Symbolcharakter der Kerze weit über das Christentum hinaus. Sehen nicht alle Menschen in einer brennenden Kerze ein Symbol der Friedfertigkeit, Hoffnung oder Mahnung? In dunklen Zeiten der Weltgeschichte stellen wir Kerzen als Zeichen der Brüderlichkeit ins Fenster. Wir tragen sie auf der Straße, gedenken mit ihrer Hilfe der Opfer sinnloser Gewalt. (Mit kleinen Änderungen entnommen der Webseite: www.kerze-online.de)
Frage 206: Hätten Adam und Eva diese Frucht nicht gegessen, wäre Jesus nicht überflüssig? (TR)
Antwort: Diese Frage können wir theologisch auch so formulieren: Wäre Gott in Jesus Christus auch dann Mensch geworden, wenn es den ‚Sündenfall‘ wie im Buch Genesis dargestellt (Gen 3) nicht gegeben hätte? Im Licht der Offenbarung, die uns durch und in Jesus von Nazareth, den Gesalbten (Christus) geschenkt worden ist, lautet die Antwort: Ja.
Das Geheimnis der Menschwerdung Gottes und der damit gegebene Erlösung sei in folgenden fünf Schritten angedeutet.
I. Alles ist geschaffen in Christus und auf ihn hin.
„In Jesus Christus ist […] auf eine ganz einmalige und alles Erwarten übersteigende Weise Wirklichkeit geworden, was die Menschheit schon immer ersehnt und was jeder einzelne Mensch bewusst oder unbewusst hofft. Das Herz des Menschen ist ja so, dass nur Gott groß genug ist, um es auszufüllen. ‚Dies ist durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes in Jesus Christus ein für allemal geschehen. In Jesus Christus ist die ganze Fülle Gottes erschienen (vgl. Kol 1,19), um alles zu erfüllen und zu vereinen (vgl. Eph 1,10).“
„Das Neue Testament gebraucht vielfältige Bilder und Begriffe, um Jesus Christus als Fülle der Zeit zu verkünden. In ihm ist das Leben und das Licht, das schon immer in der Welt leuchtete, voll aufgestrahlt (vgl. Joh 1,4.9). In ihm sind die vielfältige Weisheit und das ewige Geheimnis Gottes erschienen (vgl. Eph 3,9-10), so dass in ihm alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind (Kol 2,3). In ihm hat Gott in der Fülle der Zeit alles zusammengefasst und alles vereint, was im Himmel und auf Erden ist. (vgl. Eph 1,10) Ja, das Neue Testament geht noch einen Schritt weiter: In ihm und auf ihn hin ist alles geschaffen. (vgl. 1 Kor 8,6; Hebr 1,2; Joh 1,3) Er ist der Erste und der Letzte. (vgl. Offb. 1,17; 22,13)
„Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles geschaffen Im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; Alles ist durch ihn und auf ihn geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand“ (Kol 1,15-17).
[…] Die frühen Kirchenväter haben immer wieder davon gesprochen, dass sich in aller Wirklichkeit, in der Natur wie in der Kultur, in den Religionen der Menschheit wie in den Philosophien Spuren, Samenkörner, Fragmente des Logos (Vernunft, Geist, Weisheit) finden, der in Jesus Christus in seiner ganzen Fülle gekommen ist. Deshalb ist Christus Haupt und Zusammenfassung der gesamten Wirklichkeit (Irenäus von Lyon). Das II Vatikanische Konzil sagt: Jesus Christus sei „der Schlüssel, der Mittelpunkt und das Ziel der ganzen Menschheitsgeschichte“(Gaudium et spes). An einer anderen Stelle sagt das Konzil: »Der Herr ist das Ziel der menschlichen Geschichte, der Punkt, auf den hin alle Bestrebungen der Geschichte und der Kultur konvergieren, der Mittelpunkt der Menschheit, die Freude aller Herzen und die Erfüllung ihrer Sehnsüchte« (ebd. 45). In ihm leuchtet vor allem »das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf« (ebd. 22).
[…] So wird Christus für den Christen zum Schlüssel für das Verständnis der Welt und für die Praxis in der Welt […] In Christus leuchtet erst der tiefste Sinn aller Wirklichkeit auf.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bd. I, S. 164-165)
II. „Das Wort ist Fleisch geworden, damit wir so die Liebe Gottes erkennen.
»Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch geoffenbart dass Gott seine eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben« (1 Joh 4,9). »Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat« (Joh 3,16).“ (KKK 459)
III. „Das Wort ist Fleisch geworden, um uns Anteil an der göttlichen Natur zu geben (2 Petr 1,4).
»Dazu ist das Wort Gottes Mensch geworden und der Sohn Gottes zum Menschensohn, damit der Mensch das Wort in sich aufnehme und, an Kindesstatt angenommen, zum Sohn Gotte werde« (Irenäus, haer. 3,19,1). […] »Weil uns der eingeborene Sohn Gottes Anteil an seiner Gottheit geben wollte nahm er unsere Natur an, wurde Mensch, um die Menschen göttlich zu machen« (Thomas v. A., opusc. 57 in festo Corp. Chr. 1).“ (KKK 460)
IV. Diese Welt, in die Christus gekommen ist, ist von der Sünde und vom Tod gezeichnet.
397 Vom Teufel versucht, ließ der Mensch in seinem Herzen das Vertrauen zu seinem Schöpfer sterben (Gen 3,1-11), missbrauchte seine Freiheit und gehorchte dem Gebot Gottes nicht. Darin bestand die erste Sünde des Menschen (vgl. Röm 5,19). Danach wird jede Sünde Ungehorsam gegen Gott und Mangel an Vertrauen auf seine Güte sein.
399 Die Schrift zeigt die verhängnisvollen Folgen dieses ersten Ungehorsams. Adam und Eva verlieren sogleich die Gnade der ursprünglichen Heiligkeit (vgl. Röm 3,23). Sie fürchten sich vor Gott (vgl. Gen 3,9-10), von dem sie sich das Zerrbild eines Gottes gemacht habe, der auf seine Vorrechte eifersüchtig bedacht ist (Vgl. Gen 3,5).“
401 Seit dieser ersten Sünde überschwemmt eine wahre Sündenflut die Welt: Kain ermordet seinen Bruder Abel (vgl. Gen 4,3-15), infolge der Sünde werden die Menschen ganz allgemein verdorben (vgl. Gen 6,5; Röm 1,18-32); in der Geschichte Israels äußerst sich die Sünde oft – vor allem als Untreue gegenüber dem Gott des Bundes und als Übertretung des mosaischen Gesetzes; und selbst nach der Erlösung durch Christus sündigen auch die Christen auf vielerlei Weisen (vgl. 1 Kor 1-6; Offb. 2-3). Die Schrift und die Überlieferung der Kirche erinnern immer wieder daran, dass es Sünde gibt und dass sie in der Geschichte des Menschen allgemein verbreitet ist.“ (KKK)
V. Christus ist uns Menschen in allem gleich geworden außer der Sünde. So hat er die Menschheit mit Gott versöhnt und sie gerettet, indem er uns erneuert hat und ihr „Anteil gegeben hat an seiner eigenen Natur.“
619 »Christus ist für unsere Sünden gestorben gemäß der Schrift« (1 Kor 15,3).
620 Unser Heil entspringt der Initiative der Liebe Gottes zu uns, denn er hat »uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt« (1 Joh 4,10). »Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat« (2 Kor 5,19).
621 Jesus hat sich zu unserem Heil freiwillig dargebracht. Beim Letzten Abendmahl bringt er diese Selbsthingabe zeichenhaft zum Ausdruck und verwirklicht sie im Voraus: »das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird« (Lk 22,19).
622 Die Erlösung durch Christus besteht darin, dass er »gekommen« ist, »um …sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele« (Mt 20,28), das heißt um den Seinen »seine Liebe bis zur Vollendung … zu erweisen« (Joh 13,1), damit sie aus der »sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise…losgekauft« werden (1 Petr 1.18).
623 Jesus war seinem Vater in Liebe gehorsam »bis zum Tod am Kreuz« (Phil 2,8). Dadurch erfüllte Jesus die Sendung, Sühne zu leisten (vgl. Jes 53, 10) als leidender Gottesknecht, der »die vielen gerecht« macht, indem er »ihre Schuld auf sich« lädt (Jes 53,11; vgl. Röm 5,19)“ (KKK, 619-633). (Vgl. Kapitel 3 dieser Webseite oben: ‚Kreuz, Sünde, Erlösung‘)
Frage 207: Wie sieht der Vatikan den Laizismus (Säkularismus)? (TR)
Antwort: Unter Laizismus versteht man die politische Richtung (bes. In Frankreich), die die Freiheit von religiösen Bindungen im öffentlichen Leben sowie die Trennung von Kirche und Staat fordert. Unter Säkularisierung versteht man dagegen die Überführung kirchlichen Besitzes in weltliche Hand, wie dies z. B. unter der Herrschaft Napoleons Bonapartes (1769-1821) systematisch vollzogen wurde. Derselbe Begriff wird in einem anderen Sinn auch für eine Verweltlichung des Lebens gebraucht. Der Begriff Säkularismus wird im Deutschen heutzutage oft im Sinne des englischen Begriffs secularism als Indifferenz gegenüber, oder Ablehnung oder Ausschluss von Religion und religiösen Rücksichten bzw. Erwägungen verstanden. Von daher erklärt sich, dass der Begriff Säkularismus in den vom Islam geprägten Sprachen (Arabisch, Persisch. Türkisch, Urdu, Indonesisch) mit Begriffen bezeichnet wird, die genau genommen, Religions- oder gar Gottlosigkeit bedeuten.
Ausgehend vom Begriff Laizismus wird unsere Antwort darlegen, was die katholische Kirche heute über das Verhältnis von Kirche und Staat lehrt. In Kapitel 9 (Geistlichen und Weltlich), III, 2 auf dieser Webseite ist schon Grundsätzliches zu unserer Frage gesagt worden. Wir fügen hier aus Kapitel acht des Kompendium(s) der Soziallehre der Kirche hinzu:
„VI. DER STAAT UND DIE RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN
A) DIE RELIGIONSFREIHEIT; EIN GRUNDRECHT DES MENSCHEN
421 Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Katholische Kirche auf die Förderung der Religionsfreiheit eingeschworen. Die Erklärung „Dignitatis humanae“ führt in ihrem Untertitel aus, dass sie „das Recht der Person und der Gemeinschaften auf gesellschaftliche und bürgerliche Freiheit in religiösen Dingen“ verkünden will. Damit diese gottgewollte und in die menschliche Natur hineingeschriebene Freiheit ausgeübt werden kann, darf sie nicht behindert werden, denn „anders erhebt die Wahrheit nicht Anspruch als kraft der Wahrheit selbst“. (II. Vatikanisches Konzil, Erkl. Dignitatis humanae 1) Die Würde der Person und das Wesen der Suche nach Gott machen es erforderlich, dass alle Menschen im Bereich der Religion von jeglichen Zwang frei sein müssen. (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2106). Die Gesellschaft und der Staat dürfen eine Person nicht dazu zwingen, gegen ihr Gewissen zu handeln, und sie dürfen sie auch nicht daran hindern, so zu handeln, wie ihr Gewissen es ihnen vorschreibt. (Vgl. DH, 3 und KKK, 2108) Die Religionsfreiheit aber ist weder ein moralischer Freibrief, Irrtümern anzuhängen, noch ein implizites Recht auf Irrtum. (vgl. KKK, 2108)
423 Aufgrund ihrer historischen und kulturellen Beziehungen zu einer Nation kann eine Religionsgemeinschaft von Seiten des Staates eine besondere Anerkennung erfahren; eine solche Anerkennung darf auf keinen Fall in ziviler oder sozialer Hinsicht zur Diskriminierung anderer religiöser Gruppen führen. (II Vatik. Konzil, DH, 6; KKK, 2107) Das Bild der Beziehungen zwischen den Staaten und den religiösen Organisationen, das das Zweite Vatikanische Konzil entworfen hat, entspricht den Forderungen des Rechtsstaates und den Normen des internationalen Rechts. Es ist der Kirche wohl bewusst, dass diese Sichtweise nicht von allen geteilt wird. Das Recht der Religionsfreiheit wird leider von zahlreichen Staaten verletzt, „so dass Religionsunterricht erteilen, erteilen lassen oder empfangen sogar zum Vergehen wird, das mit Sanktionen zu rechnen hat.“
B) KATHOLISCHE KIRCHE UND POLITISCHE GEMEINSCHAFT
a) Autonomie und Unabhängigkeit
424 Die Kirche und die politische Gemeinschaft sind, obwohl beide sich in sichtbaren Organisationsstrukturen ausdrücken, sowohl, was ihren Aufbau, als auch was ihr Ziel betrifft, unterschiedlich. Das Zweite Vatikanische Konzil hat feierlich bekräftigt: „Die politische Gemeinschaft und die Kirche sind auf je ihrem Gebiet voneinander unabhängig und autonom“.(Gaudium et spes 76) Die Kirche ist in Formen organisiert, die geeignet sind, die spirituellen Bedürfnisse ihrer Gläubigen zu befriedigen, während die verschiedenen politischen Gemeinschaften Beziehungen und Einrichtungen hervorbringen, die im Dienst all dessen stehen, was sich auf das irdische Gemeinwohl erstreckt. Die Autonomie und Unabhängigkeit der beiden Realitäten zeigt sich auf der Ebene der Ziele mit besonderer Deutlichkeit.
Die Pflicht, die religiöse Freiheit zu achten, setzt voraus, dass die politische Gemeinschaft der Kirche den nötigen Handlungsspielraum lässt. Auf der anderen Seite hat die Kirche im Hinblick auf die Struktur der politischen Gemeinschaft keine spezifischen Zuständigkeitsbereiche: „Die Kirche achtet die berechtigte Autonomie der demokratischen Ordnung. Es steht ihr nicht zu, sich zu Gunsten der einen oder anderen institutionellen oder verfassungsmäßigen Lösung zu äußern“ (Johannes Paul II, Enzyklika Centesiumus Annus, 47) und es ist auch nicht ihre Aufgabe sich mit politischen Programmen auseinanderzusetzen, es sei denn im Hinblick auf ihre religiösen oder moralischen Implikationen.
b) Zusammenarbeit
425 Die beiderseitige Autonomie der Kirche und der politischen Gemeinschaft führt nicht zu einer Trennung, die ihre Zusammenarbeit ausschließen würde: Beide dienen, wenn auch unter anderen Vorzeichen, der personalen und sozialen Berufung derselben Menschen. Die Kirche und die politische Gemeinschaft drücken sich in Organisationsformen aus, die kein Selbstzweck sind, sondern im Dienst des Menschen stehen, um ihm die uneingeschränkte Wahrnehmung der mit seiner Identität als Christ und als Bürger verbundenen Rechte und eine korrekte Erfüllung der entsprechenden Pflichten zu ermöglichen. Die Kirche und die politische Gemeinschaft können ihren Dienst „zum Wohl aller umso wirksamer leisten, je mehr und besser sie rechtes Zusammenwirken miteinander pflegen; dabei sind jeweils die Umstände von Ort und Zeit zu berücksichtigen“. (Gaudium et spes 76).
426 Die Kirche hat das Recht auf die juristische Anerkennung ihrer Identität. Gerade weil ihre Sendung alle menschlichen Bereiche betrifft, fordert die Kirche, die sich „mit der Menschheit und ihrer Geschichte wirklich engstens verbunden“ (Gaudium et spes, 1) fühlt, die Freiheit ihr moralisches Urteil über diese Bereiche abzugeben, sooft die Verteidigung der Grundrechte der Person oder des Heils der Seelen dies erforderlich macht.(vgl. CIC, can.747, § 2)
Deshalb verlangt die Kirche: die Freiheit der Meinungsäußerung, der Lehre, der Evangelisierung; die Freiheit, öffentlich Gottesdienst zu halten; die Freiheit, sich zu organisieren und eigene, interne Regelungen zu treffen; die Freiheit der Wahl, Ausbildung, Ernennung und Versetzung ihrer eigenen Amtsträger; die Freiheit, Sakralbauten zu errichten; die Freiheit, Güter zu erwerben und zu besitzen, die ihrer eigene Tradition angemessen sind; die Freiheit, sich nicht nur zu religiösen, sondern auch erzieherischen, kulturellen, medizinischen und karitativen Zwecken zusammenzuschließen.
427 Um möglichen Konflikten zwischen der Kirche und der politischen Gemeinschaft vorzubeugen oder ihnen die Schärfe zu nehmen, hat die juristische Erfahrung der Kirche und des Staates verschiedentlich stabile Formen des Miteinanders sowie Mittel aufgezeigt, die geeignet sind, harmonischen Beziehungen zu gewährleisten. Diese Erfahrung ist ein wesentlicher Bezugspunkt für all die Fälle, in denen der Staat den Anspruch erhebt, in das Aktionsfeld der Kirche einzudringen, ihr freies Wirken zu behindern oder sie sogar offen zu verfolgen und ebenso für die Fälle, in denen sich kirchliche Organisationen dem Staat gegenüber nicht korrekt verhalten.“ (Kompendium der Soziallehre der Kirche Roma: Libreria Editrice Vaticana/Freiburg: Herder, 2004).
Frage 208: Gibt es auch bei den Christen Fundamentalisten, die einen Gottesstaat errichten wollen? (TR)
Antwort: Ja, es gibt bei den Christen Fundamentalisten, aber eigentlich keine, die einen Gottesstaat errichten wollen.
„Auch wenn es derzeit oft so scheint als sei Fundamentalismus ein spezifisch islamisches Problem, entstammen der Begriff und das Phänomen geschichtlich dem christlichen Kontext des 19. Und 20. Jahrhunderts.[…] Das fundamentalistische Problem trat zunächst und insbesondere in christlichen Gemeinden Nordamerikas auf, die sich, unter Berufung auf die Schöpfungsgeschichten der Bibel und in radikaler Frontstellung gegen die darwinistische Evolutionstheorie, stark von ihrer Außen- und insgesamt der modernen Welt abschotteten. Allerdings ist Fundamentalismus eine Versuchung aller Religionen und Weltanschauungen, insofern sie mit dem Anspruch auf absolute Wahrheit auftreten. Es ist gewissermaßen die Urversuchung des religiösen, des nach letzten Antworten suchenden Menschen überhaupt. Das lässt sich anhand zweier typisierter und damit zwangsläufig verallgemeinerter Formen des christlichen Fundamentalismus verdeutlichen.
Die typisch protestantische Variante eines fundamentalistischen Verständnisses des Christentums lautet: Eine Sache ist wahr, weil sie wortwörtlich in der Bibel steht, die typisch katholische hingegen, etwas ist wahr, weil der Papst es gesagt hat. Ersteres bezeichnet man im Allgemeinen als Biblizismus. Letzteres lässt sich in Anlehnung daran als Institutionalismus bzw. Kirchenpositivismus begreifen. Religiöse oder überhaupt Wahrheit wird dabei allein auf eine bestimmte Tradition, oder genauer, auf eine bestimmte Autorität zurückgeführt. Eine kritische Infragestellung ist nicht möglich. Das aber heißt, Kritik bzw. das Vermögen zu kritischer Nachfrage, also die menschliche Vernunft, wird in religiösen bzw. weltanschaulichen Fragen nicht zugelassen. Der Glaube, und zwar letztlich der Glaube an eine bestimmte Autorität, verschießt sich vor jeglichem Einfluss der Vernunft. Meist geschieht solches in einer klar umgrenzbaren, abgeschlossenen und von einer charismatischen Führerfigur autoritär geleiteten Gemeinschaft. Religion wird somit zur Abschottung von der restlichen Welt und Gesellschaft.“ Karsten Kreutzer, art. „Fundamentalismus“ in: A. Franz/W. Baum/K. Kreutzer (Hrsg.) Lexikon philosophischer Grundbegriffe der Theologie. 2. Korr. Auflage. Freiburg: Herder, 2007.
Frage 209: Sind die nichtkirchlichen Eheschließungen für Vatikan gültig? Werden deren Kinder getauft? (TR)
Antwort: Wenn auch nur einer der beiden Eheschließenden katholisch ist, muss die Ehe in der katholischen Kirche geschlossen werden; sonst ist die Eheschließung ungültig (vgl. can. 1117).
Wenn die Eheschließung ungültig ist, können die Kinder zunächst nicht getauft werden. Es findet ein Taufaufschub statt (vgl. can. 868 § 1 n. 2), bis sichergestellt ist, dass irgendjemand (Verwandte, Paten usw.) die katholische Erziehung übernehmen kann.
Frage 210: Was sind die Quäker? Ein Orden oder eine Konfession? (TR)
Antwort: Der englische Schuster George Fox (1624-1691) gründete eine Religionsgemeinschaft, die sich zunächst selbst als »Kinder des Lichts« bzw. »Freunde in der Wahrheit« oder schlicht »Freunde« bezeichnete. Seit ca.1665 trägt die Bewegung den Namen Society of Friends (= »Gesellschaft der Freunde«). Die von den »Freunden« seit langem selbst verwendete, ursprünglich spöttisch gemeinte Bezeichnung Quaker bzw. Quäker (engl. to quake »beben«, »zittern«) geht darauf zurück, das die »Freunde« bei ihren Versammlungen vor religiöser Ergriffenheit »zitterten«.
Die Quäker haben ihre geistig-religiösen Wurzeln in verschiedenen abendländischen Geistesströmungen (u.a. Mystik des Mittelalters, die mystische Philosophie von Jakob Böhme (1575-1624) und Angelus Silesius (1624-1677), der linke Flügel der Reformation mit seinen spiritualistischen Vertretern. Dieses »Geistchristentum« mit seinem unverzichtbaren Beitrag für die Geschichte der Toleranz vertrat die Leitidee des »inneren Lichtes«.
Weil die Quäker die Staatskirche ablehnten, radikal-moralische Postulate vertraten (Ablehnung von Eid und Kriegsdienst), aber auch weil die Frömmigkeit einiger Glaubensanhänger immer ekstatischer und schwärmerischer wurde und sich chiliastischen Ideen öffnete, wurden die »Freunde« zum Teil grausam verfolgt. Unter Führung des Quäkers William Penn (1644-1718) suchten sie Schutz in den USA (Gründung des Staates »Pennsylvania«). Die dritte große Persönlichkeit des Quäkertums, Robert Barclay (1648-1690), gilt als der »Theologe« der Bewegung.
Das Quäkertum ist eine Religion ohne Sakramente (keine Taufe, kein Abendmahl). Das ganze Leben soll ein Sakrament sein und die Andacht eine Form der »Kommunion« − ohne Geistliche (Ausnahme: USA, Kenia), ohne formulierte Bekenntnisse oder Glaubenssätze (»Religion ohne Dogma«). Die Lehren der gott-menschlichen Natur Jesu Christi und der Trinität werden abgelehnt, auch wenn einige Quäker sie bejahen. Wenn es für die Quäker überhaupt eine verbindliche Lehre gibt, dann den Glauben an das »Innere Licht« (Joh 1,9), an den »Christus in uns«, an das »innere Licht Christi«. Hauptmerkmal der Quäkerandachten ist die weitgehende Kult- und Formlosigkeit. Zentrum ist das »harrende Schweigen« (Gustav Mensching), die Suche nach innerer Verbundenheit mit Gott. Gott kann sich in jedem, der ihn aufrichtig sucht, unmittelbar offenbaren. »Wenn ein Gedanke oder ein Gebet oder die Erfahrung eines Bibelwortes einem Freund aus dem Schweigen zuwächst und zum Ausdruck drängt, spricht er in der Andacht. (…) In dem schlichten Rahmen der gemeinsamenstillen Andacht sprechen Brautleute ihr Treugelöbnis, empfehlen Eltern ihr Neugeborenes der Obhut der Gemeinde und wird der Verstorbenen gedacht«.
Getreu der alten Quäkerlosung »Lasst euer Leben sprechen!« betrachten die »Freunde« ihr ganzes Leben als Gottesdienst. Aus der Botschaft vom »Inneren Licht« resultieren praktische individual- und sozialethisch Grundsätze und Forderungen wie Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Anspruchslosigkeit. Quäker sind sozial sehr aktiv. Als eine der »historischen »Friedenskirchen« lehnen sie Gewaltanwendung ab, haben sich für die Abschaffung der Sklaverei, für die Gelichstellung der Frau, Gleichberechtigung der Rassen (unter anderem unter Berufung auf Gal 3,28) Reform des Strafvollzugs eingesetzt, verweigern aus Gewissensgründen den Kriegsdienst:
Nach den beiden Weltkriegen setzten sich die Quäker wirkungsvoll für die Behebung von Hunger und Elend bei den besiegten Völkern ein (»Quäker-Speisung für fünf Millionen deutsche Kinder). Quäker sind heute u. a. aktiv im Nahen Osten (Kinder- und Jugendarbeit in palästinensischen Flüchtlingslagern, Altenarbeit in Jerusalem), in Kenia (Landwirtschaftsprojekte), Nordirland, Somalia (Flüchtlingsprogramme) sowie in vielen anderen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern. Weltweit gibt es etwa 200.000 Quäker (vor allem in den USA, Kenia, Großbritannien). Sie sind im Dachverband des Friends World Committee for Consultation (Weltkomitee der Freunde für gegenseitige Beratung) organisiert.“ (Mit Kürzungen kopiert von Udo Tworuschka, Lexikon. Die Religionen der Welt. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 1999, S. 254-255, art. ‚Religiöse Gesellschaft der Freunde‘.
Frage 211: Was bedeutet die Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist? (TR)
Antwort: In der Lehre der katholischen Kirche geschieht die »Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist« durch den Empfang des Sakraments der Taufe.
Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt dazu:
1213 Die heilige Taufe ist die Grundlage des ganzen christlichen Lebens, das Eingangstor zum Leben im Geiste [vitae spiritualis ianua] und zu den andreren Sakramenten. Durch die Taufe werden wir von der Sünde befreit und als Söhne Gottes wiedergeboren; wir werden Glieder Christi, in die Kirche eingefügt und an ihrer Sendung beteiligt: „Die Taufe ist das Sakrament der Wiedergeburt durch das Wasser im Wort“ (Catechismus Romanus 2,2,5)
Wie wird dieses Sakrament genannt?
1214 Man nennt es Taufe nach dem in seinem Vollzug wesentlichen Ritus: taufen [auf griechisch „baptizein“] bedeutet „eintauchen“. Das Eintauchen ins Wasser versinnbildet das Begrabenwerden des Katechumenen in den Tod Christi, aus dem er durch die Auferstehung mit ihm als eine „neue Schöpfung“ hervorgeht (2 Kor 5,17; Gal 6,15).
1215 Dieses Sakrament wird auch „Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist“ (Tit 3,5) genannt, denn es bezeichnet und bewirkt die Geburt aus dem Wasser und dem Geist, ohne die niemand „in das Reich Gottes kommen kann“ (Joh 3,5).
1216 „Dieses Bad wird Erleuchtung genannt, denn wer diese [katechetische] Unterweisung erhält, wird im Geiste erleuchtet“ (Justin, apol. 1,61,12 9). Da er in der Taufe das Wort, „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet“ (Joh 1,9), erhalten hat, ist der Getaufte nach der „Erleuchtung“ (Hebr 10,32) zu einem „Sohn des Lichtes (1 Thess 5,5) geworden, ja zum „Licht“ selbst (Eph 5,8).
Frage 212: Warum brauchen die Christen für die Taufe einen Paten? Ist es etwa für den Fall, dass wenn die Eltern sterben, dem Kind einen Obhut zu gewähren? (TR)
Antwort: Frauen und Männer übernehmen bei der Taufe das Patenamt. Zum einen beinhaltet es die Verpflichtung, mit den Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten für die christliche Erziehung eines Kindes zu sorgen bzw. sie vertiefen zu helfen, bis der junge Mensch zu einem eigenen Glaubenszeugnis in der Lage ist. Bei der Erwachsenentaufe tritt eher ein anderer Aspekt in den Vordergrund: die Stellvertretung des Paten für die Gemeinschaft der Kirche, welche den/die Sakramentenempfänger/in im je eigenen Glaubensweg zu fördern und zu fordern hat.
Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt über das Amt des Taufpaten folgendes:
1255 Damit sich die Taufgnade entfalten kann, ist die Hilfe der Eltern wichtig. Auch der Pate und die Patin sollen mitwirken. Sie müssen gute Christen sein, die fähig und bereit sind, dem neugetauften Kind oder Erwachsenen auf seinem Weg im christlichen Leben beizustehen. Ihre Aufgabe ist ein wahres kirchliches Amt (officium). Die ganze kirchliche Gemeinschaft ist für die Entfaltung und Bewahrung der Taufgnade mitverantwortlich.
Frage 213: Werden die Päpste bis zum Tod gewählt? Darf ein Papst zurücktreten? (TR)
Antwort: Der Papst wird auf Lebenszeit gewählt. Er kann aber freiwillig von seinem Amt zurücktreten (vgl. can. 332 § 2). Dieser Amtsverzicht muss von niemandem angenommen werden.
Frage 214: Was sind die Apokryphen? (TR)
Antwort: Apokryphen sind im Sprachgebrauch der katholischen Theologie „geheime“ Schriften, die nicht in den Bibelkanon gelangten, aber dem Titel bzw. der angeblichen Herkunft nach (alttestamentliche oder neutestamentliche Person) dahin zu gehören beanspruchen (können).[…] In altkirchlichem Verständnis [bedeutet apokryph] soviel wie häretisch (gnostisch), dann [ist es] auch Bezeichnung für nicht in den jüdischen Kanon aufgenommene (deuterokanonische) Bücher der Septuaginta [das ist die während des zweiten Jahrhunderts vor Christus in Alexandria hergestellte griechische Übersetzung der hebräischen Bibel, die allerdings eine Reihe von zusätzlichen, zum Kanon der hebräischen Bibel nicht gehörenden, Büchern umfasst], heute im protestantischen Sprachgebrauch noch so genannt, während da alle weiteren Schriften Pseudepigraphen heißen“ (Lexikon für Theologie und Kirche, Band 1 (1993), Spalten 824-825). Weitere Information: Ph. Vielhauer, Geschichte der urchristlichen Literatur. Berlin, 1975, 485-718.
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